Studie zum Fahrraddiebstahl 2018 : Beute immer teurer: Wo besonders viele Fahrräder gestohlen werden

Viele Fahrradschlösser sind mit einem Bolzenschneider leicht zu knacken.
Viele Fahrradschlösser sind mit einem Bolzenschneider leicht zu knacken.

Auch wenn 2018 etwas weniger Fahrräder als gestohlen gemeldet wurden, wie im Jahr davor, wurde der Schaden größer.

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20. Mai 2019, 17:55 Uhr

Hamburg | Der Trend zu teuren Fahrrädern als Diebesgut ist ungebrochen: Langfinger stahlen im Jahr 2018 rund 160.000 versicherte Räder und richteten dabei einen Gesamtschaden von hundert Millionen Euro an, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag in Berlin mitteilte.

Dabei zahlten die Versicherer pro gestohlenem Fahrrad durchschnittlich 630 Euro – so viel wie nie zuvor und 60 Euro mehr als im Vorjahr. Vor zehn Jahren hatte die Entschädigung für ein gestohlenes Rad demnach im Schnitt noch 370 Euro betragen, 2018 berappten die Versicherer also 70 Prozent mehr.

Die höheren Versicherungsleistungen liegt auch daran, dass Deutsche immer mehr Geld in ein Fahrrad investieren: Vor neun Jahren waren es noch durchschnittlich 460 Euro, mittlerweile sind es 756 Euro.

Gesamtzahl der angezeigten Diebstähle leicht gesunken

Die Zahl der Diebstähle insgesamt – also einschließlich der nicht versicherten Räder – lag 2018 laut polizeilicher Kriminalstatistik bei rund 292.000, das waren etwa drei Prozent weniger als im Vorjahr. Da Fahrraddiebstähle aber häufig nicht angezeigt werden, ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen.

Die meisten Fahrraddiebstähle werden in den Stadtstaaten angezeigt: In Berlin, Hamburg und Bremen kommen auf 100.000 Einwohner 800 verschwundene Fahrräder.

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Was tun, wenn Ihr Fahrrad gestohlen wurde?

Vermissen Sie ihr Rad, können sie bei der Polizei eine Anzeige stellen und den Schaden dem Versicherer melden. Laut dem GDV müssen Sie dafür Kaufbelege, Rahmennummer, Hersteller und bestenfalls Fotos vorlegen können.

Wie sind Fahrräder versichert?

Wird ein Fahrrad aus verschlossenen Abstellräumen, Kellern oder Wohnungen gestohlen, übernimmt die Hausratversicherung den Schaden, erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Meist wird das Rad jedoch auf offener Straße entwendet. Dann greift eine Standardpolice nicht automatisch. Allerdings kann man sich gegen solche Fälle mit einer Zusatzklausel in der Hausratpolice versichern. Der Versicherer kommt dann für den Schaden auf, wenn das Rad mit einem Schloss gesichert war.

Ersetzt wird der Wiederbeschaffungswert, also der Betrag, um ein neues gleichwertiges Rad zu kaufen. Die Höchstentschädigung wird in der Regel auf einen bestimmten Prozentsatz des gesamten versicherten Hausrates festgelegt. Für Besitzer besonders hochwertiger Räder kann sich laut dem GDV eine spezielle Fahrradversicherung lohnen.

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