Vorfall in Berlin-Neukölln : Jugendliche beschmeißen israelische Journalistin mit Böller

Der Berliner Stadtteil Neukölln.
Der Berliner Stadtteil Neukölln.

Die israelische Journalistin Antonia Yamin wird während einer Aufnahme fürs Fernsehen in Berlin-Neukölln attackiert.

svz.de von
26. November 2018, 17:43 Uhr

Berlin | Die israelische Journalistin Antonia Yamin ist während einer Fernsehaufnahme in Berlin-Neukölln von mehreren Jugendlichen bei ihrer Arbeit gestört und mit einem Böller beworfen worden. In dem Berliner Stadtteil könne sie ohne Unterbrechung nicht berichten, schrieb die 30-jährige Jüdin auf Twitter.

Yamin nahm für den israelischen Fernsehsender "KAN" gerade einen Beitrag über den Brexit auf, als es zu der Attacke kam. Sie sprach während der Aufzeichnung Hebräisch. Ein Video von dem Vorfall veröffentlichte die Europa-Korrespondentin am Sonntagabend auf Twitter. Die Aufnahme zeigt, wie vier Jugendliche auf die Journalistin und ihr Kamerateam zukommen. Yamin unterbricht die Aufzeichnung und fordert die jungen Männer zum Weggehen auf. Es ist zu sehen, wie die Journalisten ihren Platz verlässt, weil ein Böller in ihre Richtung geworfen wurde. Der Knallkörper explodiert.

Journalistin meidet Berlin-Neukölln

Yamin äußerte sich gegenüber der "Bild"-Zeitung zu der Szene. Demnach habe sie die Jugendlichen nach dem Böllerwurf in einer nahegelegenen U-Bahn-Station verschwinden sehen. Sie habe ihre Arbeit fortgesetzt.

Unklar ist, ob die Attacke der Jugendlichen einen antisemitischen Hintergrund hatte. "Ich weiß nicht, ob sie gehört haben, wie ich Hebräisch gesprochen habe", sagte Yamin. Die Journalistin war sich auch nicht sicher, ob die Jugendlichen die hebräische Aufschrift auf ihrem Mikrofon gesehen hatten.

Seit Jahren vermeide sie es, Bezirke wie Berlin-Neukölln zu betreten, sagte die Journalistin. "Ich gehe nur nach Neukölln, wenn ich es wegen der Arbeit muss", so Yamin. Sicher aufgehoben fühle sie sich dort nicht: "Ich fühle mich unwohl, in solchen Gegenden Hebräisch zu sprechen und ein Mikrofon mit hebräischer Aufschrift in der Hand zu halten."

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