"Benedikt XVI. – Ein Leben" : Ex-Papst Benedikt kritisiert homosexuelle Ehe scharf: "Pseudo-Humanismus"

Am Montag, 4. Mai 2020, ist eine umfangreiche Biografie des ehemaligen deutschen Papstes Benedikt XVI erschienen.
Am Montag, 4. Mai 2020, ist eine umfangreiche Biografie des ehemaligen deutschen Papstes Benedikt XVI erschienen.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. distanziert sich in einer neuen Biografie deutlich von Ehen zwischen Homosexuellen.

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04. Mai 2020, 07:19 Uhr

München | Der ehemalige Papst Benedikt XVI. (93) sieht die katholische Kirche und das Papsttum durch eine "weltweite Diktatur von scheinbar humanistischen Ideologien" bedroht. Wer ihnen widerspreche, werde aus dem gesellschaftlichen Konsens ausgeschlossen. "Vor hundert Jahren hätte es noch jedermann für absurd gehalten, von homosexueller Ehe zu sprechen. Heute ist gesellschaftlich exkommuniziert, wer sich dem entgegenstellt. Ähnliches gilt bei Abtreibung und für die Herstellung von Menschen im Labor", sagt er in der neuen Biografie "Benedikt XVI. – Ein Leben", die an diesem Montag auf den Markt kommt, dem Autor Peter Seewald.

"Antichristliches Credo"

"Die moderne Gesellschaft ist dabei, ein antichristliches Credo zu formulieren, dem sich zu widersetzen mit gesellschaftlicher Exkommunikation bestraft wird. Die Furcht vor dieser geistigen Macht des Antichrist ist dann nur allzu natürlich." Nach Ansicht des früheren Kardinals Joseph Ratzinger liegt "die eigentliche Bedrohung der Kirche" in einer "weltweiten Diktatur von scheinbar humanistischen Ideologien".

Die kritischen Anmerkungen des zurückgetretenen Papstes bilden das Schlusskapitel der am Montag veröffentlichten umfangreichen Benedikt-Biografie von Bestseller-Autor Peter Seewald. Sie stammen nach Angaben des Autors aus dem Herbst 2018.

Zur Person

Journalist Peter Seewald – Vertrauter von Joseph Ratzinger

Peter Seewald hat Joseph Ratzinger, den emeritierten Papst Benedikt XVI., oft getroffen. Schon 1996 erschien das erste gemeinsame Buch "Salz der Erde". Aufsehen erregte der Band "Letzte Gespräche" 20 Jahre später. Jetzt bringt Seewald eine mehr als 1000 Seiten starke Biografie über Ratzinger auf den Markt, sein "Opus Magnum". Mehr als 2000 Fragen habe er dem Kirchenmann über die Jahre gestellt.
Seewald arbeitete nach Angaben des Verlages Droemer Knaur als Redakteur und Autor bei "Spiegel", "Stern" und dem Magazin der "Süddeutschen Zeitung". Er gilt als Vertrauter von Joseph Ratzinger. Seine vier Gesprächsbücher mit ihm erschienen in 30 Sprachen. Auch für sein neues Buch hat Seewald viele Stunden mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI. gesprochen.


In dem bislang unveröffentlichten Interview enthüllte der 2013 zurückgetretene Pontifex zudem, dass er entgegen früheren Absichten nun doch im Ruhestand ein geistliches Testament verfasst hat. Dieses wird voraussichtlich nach dem Tod von Joseph Ratzinger zugänglich werden. Über den Inhalt machte er keine Andeutungen.

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