Streit um Mallorca-Spitznamen : Bei Nutzung des Begriffs "Malle" droht teure Abmahnung

Wer mit 'Malle'-Urlaub wirbt, muss dafür eine Lizenzgebühr entrichten.
Wer mit "Malle"-Urlaub wirbt, muss dafür eine Lizenzgebühr entrichten.

Wer für die spanische Ferieninsel Mallorca den Begriff "Malle" benutzt, kann Probleme bekommen.

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27. August 2019, 18:02 Uhr

Düsseldorf | Mehrere Benutzer der Bezeichnung "Malle" hätten inzwischen Anwaltspost mit Gebührenforderungen erhalten, berichteten Rechtsanwalt Michael Plüschke (Berlin) und der Reiseblog-Betreiber Holger Seyfried ("Reisetiger") am Dienstag. Letzterer schreibt in seinem Blog, er solle 1822,96 Euro zahlen, weil er in einem Mallorca-Artikel drei Mal das Wort "Malle" verwendete.

Wir veranstalten keinerlei Partys, sondern berichten über Hoteldeals und Reiseangebote. Da kann es schon mal vorkommen, dass wir bei einer Reise nach Mallorca von "Malle" sprechen. Insbesondere wenn es um die dortige Partyszene an der Playa de Palma geht, denn genau die wird vielfach mit der Abkürzung assoziiert. Holger Seyfried von "Reisetiger"

Deutscher Unternehmer hält Markenrechte an "Malle"

Ein Unternehmer aus Hilden bei Düsseldorf hat sich beim Europäischen Markenamt in Alicante 2002 die umgangssprachliche Bezeichnung für das beliebte Urlaubsziel schützen lassen.

Zum Unverständnis von Anwälten wie Plüschke: "Ortsbezeichnungen sind nicht schutzfähig, die Marke hätte nie eingetragen werden dürfen." Entsprechend liege in Alicante auch bereits ein Antrag vor, die Marke zu löschen. Wann das Europäische Markenamt darüber entscheidet, ist unklar.

Lizenz nötig für "Malle"- oder "Ballermann"-Party

Unter dem Begriff "Malle" werden vor allem Musik, Partys und Reisen auf der Insel beworben. Wegen der Markeneintragung müssen für Werbung mit dem Begriff "Malle" sowie für jegliche Art der Unterhaltung oder Party-Organisation zum "Malle"-Motto eine Lizenz erworben werden.

Ähnlich ist es mit der Bezeichnung "Ballermann". Ein Ehepaar aus Niedersachsen hat im Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamtes insgesamt 16 verschiedene "Ballermann"-Marken eintragen lassen. Sie kassieren Lizenzgebühren, wenn jemand zu einer "Ballermann"-Party einlädt. Wer keine Lizenz beantragt , landet womöglich vor Gericht. Mehrere hundert Male klagte das Ehepaar schon Markenmissbrauch an – stets bekamen sie Recht.

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