Zwischenbilanz 2019 : DLRG: Bundesweit weniger Badetote – auch in Mecklenburg-Vorpommern

An unbeaufsichtigten Badestellen passieren die meisten Todesfälle.
An unbeaufsichtigten Badestellen passieren die meisten Todesfälle.

Der beunruhigende Trend aus dem Vorjahr hat sich nicht fortgesetzt. Das zeigt eine erste Bilanz der DLRG.

von
01. August 2019, 15:42 Uhr

Bad Nenndorf | In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind bundesweit weniger Menschen beim Baden ertrunken als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Ertrunkenen in Deutschland ist in den ersten sieben Monaten leicht um 29 Todesfälle auf mindestens 250 Tote gesunken.

Nach der am Donnerstag von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) veröffentlichten Zwischenbilanz lässt sich der Rückgang mit der Witterung erklären, der Frühling und der Juli als erster Sommermonat hätten weniger Badewetter gehabt als 2018. So ertranken im sehr warmen Mai 2018 mindestens 51 Menschen, in diesem Jahr 28.

In Mecklenburg-Vorpommern sechs Tote weniger

Nach Bundesländern fiel die Entwicklung allerdings stark unterschiedlich aus. So stieg die Zahl der Badetoten in Bayern um 20 auf 65 Fälle, während sie zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern leicht abnahm.

Der DLRG zufolge ertranken bislang in Mecklenburg-Vorpommern 14 Menschen, im Vorjahreszeitraum waren es 20. Demnach starben allein zehn Menschen in Seen und Teichen, einer in einem Fluss und drei im Meer. Im gesamten Jahr 2018 meldete die DLRG für Mecklenburg-Vorpommern 31 Ertrunkene, im Jahr davor 32.

In welchem Bundesland 2019 wie viele Menschen ertrunken sind, zeigt die folgende Grafik:


Höchstes Risiko an unbewachten Badestellen

Unverändert sind ungesicherte Badestellen mit Abstand der häufigste Ort für tödliche Badeunfälle. Mindestens 231 Menschen kamen dort ums Leben, das sind über 90 Prozent der Gesamtzahl. 131 starben in Seen und Teichen, 76 in Flüssen, jeweils neun in einem Kanal oder Bach, fünf in Hafenbecken, einer in einem Graben.

In Schwimmbädern starben nach der DLRG-Statistik sechs Menschen, in der Ostsee ebenfalls sechs, in der Nordsee ein Mensch.

DLRG-Sprecher Achim Wiese erklärte, die Organisation sei weiterhin bereit, mit Kommunen oder Landkreisen zusammenzuarbeiten. "Ein simples Badeverbotsschild reicht eben nicht aus, um Menschen vom Sprung ins unbewachte und vor allem unbekannte Gewässer abzuhalten."

Nur jeder fünfte Badetote weiblich

Übermut, mangelnde Schwimmfähigkeiten, Selbstüberschätzung, Alkohol und die Unkenntnis möglicher Gefahren führen der DLRG zufolge am häufigsten zum Ertrinken – vor allem bei Männern. Vier von fünf Todesopfern sind männlich.

Die DLRG kritisierte die gesunkene Schwimmfähigkeit gerade bei Kindern. Diese liege bei denen, die mit der Grundschule fertig würden, gerade einmal bei knapp über 40 Prozent. In den 1990er-Jahren waren das noch nahezu 90 Prozent. Besonders gefährdet seien zudem Ältere mit gesundheitlichen Problemen und Migranten. Gerade Migranten haben laut Wiese eine andere Beziehung zum Wasser. Diejenigen, die in diesem Jahr ertranken, waren demnach fast alle Nichtschwimmer.

Die DLRG ist nach eigenen Angaben die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Ihre Kernaufgabe besteht unter anderem in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung.

Weiterlesen: Urlauber findet tote Frau in der Ostsee

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen