Bachelorette-Finale 2019 : Die letzte Bachelorette-Rose: Keno kriegt Gerda, Tim siegt

Augen voller Liebe: Gerda Lewis im Bachelorette-Finale 2019.
Augen voller Liebe: Gerda Lewis im Bachelorette-Finale 2019.

Gerda gewährt Keno Rüst die letzte Rose. Der wahre Sieger der „Bachelorette 2019“ ist trotzdem Tim Stammberger.

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04. September 2019, 20:29 Uhr

Berlin | Die „Bachelorette 2019“ ist Geschichte. Das Finale ist aus. Die letzte Rose kriegt Keno; aber wen interessiert das schon? Der wahre Sieger der Staffel ist diesmal ein Mann, mit dem beim besten Willen nicht zu rechnen war: Tim Stammberger. Sechs Wochen lang hat der hölzerne Polizist nur einen einzigen Satz gesagt: „Hallo, ich bin Tim, und das ist meine Rose.“ Am Ende wagt er dann eine einzige Variation – und lehnt die vorletzte Rose ab. Ein Coup, mit dem er „Bachelorette“-Geschichte schreibt. Denn sein freiwilliger Abschied trifft punktgenau den Augenblick, in dem er Gerda zum Finale mit nur einem Mann verdammt. Ein Schuss, und Tim hat die ganze Staffel versenkt.

War das Debakel-Finale abgesprochen?

Wer hätte ihm das zugetraut? Selbst Keno und Gerda vergessen vor Bewunderung die Standard-Reaktion: Keiner motzt, weil Marco die Chance genommen ist, Gerda noch besser kennenzulernen. Letzte Woche noch erschien Tims Zögern als gut platzierter Adrenalin-Kick, mit dem RTL seine lahme Staffel künstlich am Leben hält. Zum Finale liefert der Sender dann ein Debakel, das auf keinen Fall Absicht sein kann. Man spürt es schon beim PR-Text, der den Super-GAU mit dem Mut der Verzweiflung zum „emotionalsten Finale aller Zeiten“ erklärt, „nervenaufreibend und ungewiss wie nie“. Ungewiss? Gerda muss sich zwischen Keno und Keno entscheiden. Wie wird das wohl ausgehen? Emotional? Gefühle hat diese Bachelorette in ihrer ganzen Staffel nicht erkennen lassen. Gerdas Gesicht hält das geheuchelte Interesse für andere Menschen höchstens zehn Sekunden durch; dann fährt sie wieder in den Standby runter.

Tragischer Fremdkörper im Edel-Schmock: Marco

Man muss sich ja nur ansehen, wie Gerda Marco behandelt – den Mann, zu dessen Dates die Musikredaktion den 10cc-Klassiker „I’m Not In Love“ einspielt. Nie zuvor hat ein Bewerber, der seiner Bachelorette so egal war, so viele Rosen eingesammelt. O-Ton Gerda nach dem Dreamdate: „Die Mega-Explosion hatte ich nicht mit ihm.“ Auch wenn es im hedonistischen Format allen herzlich egal war: Marco ist die tragische Figur der Staffel, ein geschlagenes Kind, das nur angetreten ist, um sich immer neue Verletzungen abzuholen. Zum ersten Mal in der Formatgeschichte hatte man so was wie Mitgefühl. Gerda immer ausgeschlossen: Als sie Marco verabschiedet, rappelt sie ihre Trostfloskeln runter, als würde sie nicht mit ihm selbst sprechen, sondern ihren Text nur memorieren.

Gerda und Keno eiern zum Finale

Wahrscheinlich hat sie da schon miese Laune. Nach Tims Abgang muss ihr klargeworden sein, was für ein quälender Eiertanz ihr nun blüht. Die RTL-These vom nervenaufreibendsten Finale begreifen Gerda und Keno jedenfalls als grausigen Arbeitsauftrag. Statt sich über den Abschied des letzten Konkurrenten zu freuen, guckt Keno so traurig, als hätte Tim ihm selbst und nicht der Bachelorette einen Korb gegeben. Erinnert sich noch jemand an Kenos superfeuchte Küsse? Beim letzten Date sitzt er verkniffener neben Gerda, als Tim es je getan hat. Stummes Schlucken, verlegenes Schweigen.

Im hilflosen Versuch, die Situation als spannend zu verkaufen, reden Gerda und Keno sich dann mustergültig um Kopf und Kragen. In einem Moment des Wahnsinns behauptet sie sogar, dass sie Tim genommen hätte, wenn er nur noch ihre Mutter kennengelernt hätte. Keno wiederum zweifelt am Wert einer letzten Rose, die keinen Nebenbuhler verprellt. Warum eigentlich? Liebt eine Frau nur dann wirklich, wenn sie vorher exakt 19 andere Männer absägt? Oder interessiert er sich für Gerda nur, solange sie umkämpft ist? Die Teflon-Pfanne aus dem Teleshop kauft man ja auch erst dann, wenn QVC den Schriftzug „Letztes Exemplar“ einblendet.

Warum ist Gerda nicht einfach Single geblieben?

Was immer in Gerda und Keno vorgeht – dass sie nicht augenblicklich übereinander herfallen, entwertet all ihre späteren Liebesschwüre. Wer soll an ein Glück glauben, über das die Turteltäubchen kurz vor dem Schlusspfiff noch so zerquält nachdenken müssen? Gerda hätte das Dilemma im Handstreich beseitigen können. Sie hätte einfach nur – so wie sie es vorher doch angedeutet hatte – als erste Bachelorette die Show als Single verlassen müssen. Gerda wäre eine Legende, und das ohne jeden Arbeitsaufwand. Maximale Wirkung bei geringstmöglichem Einsatz: genau das Prinzip, von dem sie als Influencerin jetzt schon lebt. „Shopping Queen“, „Promi-Dinner“, Dschungelcamp – eine ganze Welt hätte ihr offen gestanden. All das wirft sie nun Tim vor die Füße, indem sie ihm den Knalleffekt ihrer eigenen Staffel überlässt. Mal sehen, was der Charismatiker aus Kirchheim unter Teck daraus macht. Vielleicht schafft er es sogar zu „Let’s Dance“. Steifbeinig wie er ist, wäre die nötige Fallhöhe jedenfalls da!

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