Schockierendes Gespräch : Frau wählt Notruf, wird dort beschimpft und stirbt wenige Momente später

In Arkansas (USA) ist eine Frau gestorben. Kurz zuvor hatte sie den Notruf gewählt und wurde dort schlecht behandelt. Symbolfoto
In Arkansas (USA) ist eine Frau gestorben. Kurz zuvor hatte sie den Notruf gewählt und wurde dort schlecht behandelt. Symbolfoto

Eine Frau in lebensbedrohlicher Lage bittet um Hilfe und wird dabei von der Notruf-Mitarbeiterin unfreundlich behandelt.

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02. September 2019, 11:34 Uhr

Arkansas | "Ich habe einen Notfall, einen ernsten Notfall. Ich komme hier nicht raus und ich habe Todesangst. Können Sie mir bitte helfen, Ma'am?", sagt die US-Amerikanerin Debra Smith mit ängstlicher Stimme. Sie ist in einem Mitschnitt eines nun veröffentlichten Notrufs zu hören. Die 47-jährige Stevens war am vergangenen Wochenende auf ihrer Route zum Zeitungsaustragen mit dem Auto unterwegs, als sie in eine Sturzflut in Fort Smith (US-Bundesstaat Arkansas) geriet. In dem Mitschnitt ist zu hören, wie sie unter Todesangst um Hilfe bittet – Stevens kann nicht schwimmen. Eine Stunde später wird ihre Leiche aus dem Auto geborgen. Die örtliche Polizei hat die Aufnahme des Anrufes veröffentlicht, weil sie sich massiver Kritik ausgesetzt sieht. Mehrere US-Medien und stern.de berichteten über den Vorfall.

Beschimpfungen beim Notruf

Das Gespräch sei nach Aufforderung durch mehrere Medien veröffentlicht worden, sagte der Polizeisprecher. Dass es Kritik an den örtlichen Behörden hagelt, liegt vor allem an der Frau, die den Notruf entgegen nahm. 20 Minuten dauerte das Gespräch und während der gesamten Dauer scheint sie Stevens nicht ernst zu nehmen, reagiert sogar genervt und unfreundlich.

Das wird Ihnen eine Lehre sein, beim nächsten Mal nicht im Wasser zu fahren. Mitarbeiterin der Notruf-Leitstelle


Stevens verteidigt sich daraufhin, sie habe das Wasser nicht gesehen, woraufhin die Notruf-Frau nachlegt:

Das kann ich mir nicht vorstellen. Sie müssen doch da durchgefahren sein. Das Wasser taucht nicht einfach auf.


Zu einem anderen Zeitpunkt macht die Notruf-Angestelle Stevens sogar Vorwürfe:

Ich weiß nicht, warum Sie so durchdrehen. Das bringt Ihnen gar nichts, außer dass sie Sauerstoff verbrauchen.


Unglück nimmt seinen Lauf

In dem Mitschnitt ist zu hören, wie die 47-jährige Stevens immer panischer wird. Die Mitarbeiterin des Notrufs hat mittlerweile die Einsatzkräfte verständigt und versucht sie zu Stevens zu lotsen. Kurz danach sagt die Zeitungsausträgerin, dass sich ihr Wagen in Bewegung setzt – sie werde weggetrieben. Stevens schreit ins Telefon, dass sie nun sterben werde. Kurz danach endet der Mitschnitt. Laut CNN ist Stevens danach nicht mehr zu hören. Die Notruf-Mitarbeiterin sage am Ende lediglich. "Oh mein Gott, jetzt klingt es, als sei sie unter Wasser." Dann endet der Anruf. (Lesen Sie auch: Mann am Flughafen verhaftet – Freundin fliegt trotzdem in den Urlaub)

Polizeichef reagiert schockiert

"Ich bin zutiefst traurig über den tragischen Tod von Debra Stevens. Meine Gebete sind bei ihrer Familie und ihren Freunden", sagte der örtliche Polizeichef Danny Baker gegenüber CNN. Er sei erschrocken über das Verhalten seiner Mitarbeiterin. So solle niemand behandelt werden, egal ob es sich um eine lebensbedrohliche Situation handle oder nicht. (Weiterlesen: Oma verbrüht absichtlich Füße von Zweijähriger – Amputation droht)

Die Mitarbeiterin hätte zwei Wochen vorher gekündigt und es habe sich um ihre letzte Schicht gehandelt, sagte Polizeisprecher Aric Mitchell. Der Polizeichef Baker unterstreicht jedoch, dass sich seine ehemalige Mitarbeiterin keiner Straftat schuldig gemacht und wohl auch keine Richtlinien verletzt habe. Schließlich habe sie Kollegen losgeschickt. Dennoch hätte auch er sich gewünscht, dass Stevens in den letzten Momenten ihres Lebens anders behandelt worden wäre.

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