"Irreparable Schäden" : April 2020 könnte einer der trockensten seit Aufzeichnungsbeginn sein

Die Trockenheit macht den Landwirten zu schaffen. Der April 2020 könnte gar einer der trockensten Aprilmonate werden, die es je gab.
Die Trockenheit macht den Landwirten zu schaffen. Der April 2020 könnte gar einer der trockensten Aprilmonate werden, die es je gab.

Dieser April könnte als einer der trockensten Aprilmonate in die deutsche Wettergeschichte eingehen.

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29. April 2020, 08:15 Uhr

Offenbach/Berlin | Ein Monat für die Geschichtsbücher – und das neuartige Coronavirus ist nicht der Grund: Der April 2020 könnte als einer der trockensten Monate seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 in die deutsche Wettergeschichte eingehen. "Bis zum 27. April hat es in fast ganz Deutschland keine oder nur geringe Niederschläge gegeben", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der Deutschen Presse-Agentur. Damit habe es bereits seit Mitte März eine anhaltende Trockenheitsperiode gegeben.

Kommt noch Regen?

Da die Prognose für die letzten Apriltage von Niederschlägen ausgeht, könnte der Monat zwar feucht enden und das endgültige Ergebnis der rund 2000 Messstationen noch etwas anders ausfallen als die vorläufige Bilanz, die an diesem Mittwoch vorgestellt wird. "Aber die Trockenheit wird sicherlich das herausragendste Merkmal des Monats sein", sagte der Sprecher. Insgesamt seien die letzten zwölf Aprilmonate in Folge zu trocken gewesen. (Wie wird das Wetter in unserer Region?)

Warnung vom Bauernpräsidenten

Die Trockenheit der vergangenen Wochen in Deutschland hinterlässt Spuren in der Landwirtschaft. "An manchen Standorten – beispielsweise leichten Böden oder schweren tonigen Böden – haben wir jetzt schon irreparable Schäden, dort wird es zu Ernteeinbußen kommen", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er hoffe noch auf warmen ergiebigen Landregen im Mai. "Aber eine Rekordernte werden wir mit Sicherheit nicht einfahren."

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Jens Büttner/dpa

Die Situation sei wegen der Corona-Krise, aber vor allem wegen der Trockenheit "auch wirtschaftlich sehr angespannt". Nur noch 29 Prozent der Landwirte wollten überhaupt noch investieren, die Stimmung sei derzeit getrübt. Letztlich könne man aber erst im Juli und August absehen, welchen Ertrag das Getreide tatsächlich abwirft. Für die Herbstkulturen – etwa Zuckerrüben, Mais, viele Gemüsearten, Obst und Wein – sei er "jetzt noch zuversichtlich", sagte Rukwied.

Risikoausgleichsrücklage für Landwirte

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes forderte erneut eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage für Landwirte. Betriebe könnten dann in guten Jahren Geld zur Seite legen, ohne es versteuern zu müssen. Rukwied betonte zudem, grundsätzlich sei Offenheit für moderne Produktionsverfahren nötig. Die Landwirte benötigten Zugang zu modernen Techniken, mit denen sich etwa widerstandsfähigere Sorten züchten ließen. Weiter sagte er: "Wir brauchen verstärkt Präzisionslandwirtschaft, damit wir unsere Bestände exakter düngen können."

Sorgen bereiten Rukwied mögliche Einschränkungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. "Wir haben immer weniger Wirkstoffe zur Verfügung, um Schädlinge und Krankheiten bekämpfen zu können", sagte der Bauernpräsident. "Das ist ein großes Risiko und das kann die Landwirtschaft am Ende deutlich stärker belasten als Witterungskapriolen."

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