Insgesamt 29 Körperverletzungsdelikte : Gefährlicher Angriff mit Kabelbindern beim Kölner Karneval

Mit einem Kabelbinder wurde ein Karnevalist in Köln angegriffen. Symbolfoto
Mit einem Kabelbinder wurde ein Karnevalist in Köln angegriffen. Symbolfoto

Die Karnevalssaison ist eröffnet. Einige schlugen über die Stränge – und bekamen Platzverweise oder Strafanzeigen.

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12. November 2019, 06:35 Uhr

Köln | Nach einem Angriff mit einem Kabelbinder auf einen Karnevalisten beim Kölner Karneval ermitteln die Behörden wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Kölner Polizei setzte nach dem Vorfall vom Montag eine Ermittlungsgruppe ein, wie die Ordnungshüter am Dienstag mitteilten. Ein Unbekannter hat einem Karnevalisten von hinten einen Kabelbinder um den Hals gelegt und fest zugezogen. Ein Arzt im Sanitätszelt befreite den 22-Jährigen von dem Plastikband, wie die Polizei am Montagabend mitteilte.

Noch weitere Fälle

Bei ihren anschließenden Ermittlungen erhielten die Polizisten demnach vage Hinweise, dass es womöglich drei weitere ähnliche Vorfälle bei der Eröffnung der Karnevalssaison in Köln gegeben haben könnte. Allerdings sollen diese Fälle weniger gravierend gewesen sein.

Im Fall des 22-Jährigen erklärte der Arzt den Polizisten, dass der Kabelbinder so fest um den Hals gezogen war, dass dadurch nach seiner Einschätzung die Durchblutung des Kopfes eingeschränkt war. Es sei eine ernstzunehmende Straftat, die von gefährlicher Körperverletzung bis hin zu einem versuchten Tötungsdelikt gewertet werden könne, hieß es.

Müll von Hochhaus geworfen

Zwei junge Männer stehen im Verdacht, in Köln Baustoffreste von einem Hochhaus geworfen und damit einen Passanten verletzt zu haben. Einer der "Klumpen" traf einen 18-jährigen Karnevalisten, der dabei leicht verletzt wurde. Polizisten nahmen zwei 17 und 19 Jahre alte Männer fest, die sich in dem Haus befanden.

Bis zum späten Abend seien 82 Platzverweise ausgesprochen und sieben Menschen festgenommen worden, hieß es in der Karnevals-Bilanz der Kölner Polizei. Es habe unter anderem 29 Körperverletzungsdelikte gegeben. Gegen mehrere betrunkene Nutzer von E-Scootern wurden Straf- oder Ordnungswidrigkeits-Anzeigen erstattet. Mehrfach wurde laut Polizei zudem das Lkw-Fahrverbot missachtet.

Frau von Stadtbahn erfasst

Eine Passantin ist im Karnevalschaos in der Kölner Südstadt von einer Stadtbahn erfasst und schwer verletzt worden. Der Bahnfahrer habe einen Schock erlitten, ebenso sein Kollege, der die entgegenkommende Bahn steuerte und das Unglück sah. Die Strecke blieb zunächst gesperrt. Die 34-Jährige Frau sei nicht kostümiert und somit wohl keine Karnevalistin gewesen.

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