Streit um Karl-Valentin-Orden : Rechtspopulistische Tendenzen? Andreas Gabalier kontert Kritiker

Sänger Andreas Gabalier.
Sänger Andreas Gabalier.

Andreas Gabalier reagiert auf Kritik an seiner gesellschaftspolitischen Haltung. Er sei "einigen wohl zu bodenständig".

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30. Januar 2019, 08:34 Uhr

München | Andreas Gabalier (34) soll den Karl-Valentin-Orden bekommen und zeigt sich von der Kritik daran unbeeindruckt. "Wenn sich ein paar Einzelne aufregen, die mich persönlich überhaupt nicht kennen, dann juckt mich das nicht", sagte der österreichische Sänger ("Hulapalu") der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch.

Der Orden wird alljährlich von der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla in Gedenken an den Komiker Valentin (1882-1948) verliehen. Gabalier soll ihn am Samstag erhalten.

"Ich bin wohl einigen zu bodenständig"

Das Valentin-Karlstadt-Musäum kritisiert die gesellschaftspolitische Haltung des Sängers. Diese sei rechtspopulistisch, eindeutig homophob und frauenfeindlich. "Ich bin wohl einigen zu bodenständig, aber das werde ich ganz sicher nicht für diese Leute ändern", erklärte der 34-Jährige. "Von ein paar Neidern lasse ich mir meine Erfolgsgeschichte nicht kaputt reden." Er erwarte mehr Respekt, ging auf die Vorwürfe aber nicht weiter ein.

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Auch Alt-Rock-'n'-Roller Peter Kraus (79), der den Preis am Samstag überreichen soll, verteidigt Gabalier. "Ich kenne Andreas als einen netten, höflichen und respektvollen Kollegen", sagte er dem Blatt.


Anders hingegen lautet die Meinung von Valentins Testamentsvollstrecker und Erben-Vertreter Gunter Fette (77). Er sagt gegenüber der "Bild"-Zeitung: „Es ist nicht tolerierbar, dass Karl Valentin mit den rechtspopulistischen, frauenfeindlichen und homophoben Tendenzen von Herrn Gabalier in Verbindung gebracht wird.“

Genauso findet die Direktorin des Valentin-Karlstadt-Musäums, Sabine Rinberger, die Ehrung bedenklich: „Den Orden bekommt Gabalier für das Lied ,A Meinung haben‘. Der Songtext besitzt einen Sprachduktus, den man rechtspopulistisch interpretieren kann“, wird sie von der "Bild"-Zeitung zitiert.

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