Mehrfach wiederverwendbar : Coronavirus: Werkstatt für Behinderte näht Schutzmasken für Kliniken

In der sozialen Arbeitsstätte Altenoythe werden Mundschutzmasken genäht.
In der sozialen Arbeitsstätte Altenoythe werden Mundschutzmasken genäht.

Die Näherinnen und Näher sind gefragte Arbeitskräfte.

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06. März 2020, 07:37 Uhr

Friesoythe/Berlin | Statt Krabbeldecken und Taschen nähen Beschäftigte einer Werkstatt für behinderte Menschen im Kreis Cloppenburg aktuell Mundschutzmasken für Krankenhäuser und Arztpraxen. "Wir haben schon 50 bis 100 Stück genäht", erzählt Julia Bloedorn von der sozialen Arbeitsstätte Altenoythe des Caritas-Vereins. "Die ersten waren Übung, jetzt läuft es. Die 29-Jährige Gruppenleiterin der Näherei findet die neuen Aufträge spannend. "Es ist mal etwas ganz anderes."

Ludger Rohe, Einrichtungsleiter von der sozialen Arbeitsstätte Altenoythe und Sozialarbeiterin Julia Bloedorn.  Foto: dpa/Martin Remmers
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Ludger Rohe, Einrichtungsleiter von der sozialen Arbeitsstätte Altenoythe und Sozialarbeiterin Julia Bloedorn. Foto: dpa/Martin Remmers


Hohe Nachfrage

Mundschutzmasken sind derzeit heiß begehrte Ware. Die weltweite Ausbreitung des neuen Coronavirus hat die Nachfrage in die Höhe getrieben. Die Krankenhäuser haben Vorräte, doch Nachbestellungen sind mitunter schwierig, wie der Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Joachim Odenbach, in Berlin sagt.

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Das St. Marien Hospital in Friesoythe bei Oldenburg hat deshalb die nahe gelegene Behindertenwerkstatt beauftragt, Mundschutzmasken für den OP-Bereich herzustellen. "Wir müssen vorsorgen für den Notfall. Die Lieferungen sind bereits verzögert", sagt Christian Schepers vom Einkauf des Krankenhauses.

Es gebe bereits Anfragen von weiteren Krankenhäusern, Arztpraxen und der Feuerwehr, sagt Einrichtungsleiter Ludger Rohe. "Derzeit haben wir Aufträge für mehr als 3000 Schutzmasken." 300 bis 400 Stück könnten am Tag gefertigt werden.

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Mehrfach verwendbar

Von den Einweg-Masken, die das St. Marien Hospital und andere Kliniken bislang benutzen, unterscheiden sich die in der Werkstatt genähten Produkte deutlich. Die Masken sind aus grau-meliertem Stoff und lassen sich über türkisfarbene Bänder am Kopf befestigen. Sie können gewaschen, sterilisiert und mehrfach verwendet werden, wie der 61-jährige Rohe sagt.

Neben den Aufträgen für Schutzmasken hat die Einrichtung inzwischen auch Aufträge für Kittel und Hauben für den OP-Bereich eines Krankenhauses angenommen.

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