Gestresst durch Corona : Albträume in der Pandemie: Fünf Tipps fürs Einschlafen

Die Corona-Zeit sorgt bei einigen Menschen für Schlafstörungen. 

Insomnia with Clock in the Night Woman can not sleep  Copyright xblickwinkel McPHOTOx ErwinxWodickax
Die Corona-Zeit sorgt bei einigen Menschen für Schlafstörungen. Insomnia with Clock in the Night Woman can not sleep Copyright xblickwinkel McPHOTOx ErwinxWodickax

Vor allem gestresste Menschen leiden in Corona-Zeiten unter Schlafstörungen. Fünf Tipps, wie es mit dem Schlaf klappt.

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16. Juni 2020, 16:47 Uhr

Hannover | Der Schlaf-Wach-Rhythmus orientierte sich zwischen Ende März und Ende April eher an unserer inneren biologischen Uhr als an sozialen Erfordernissen wie Arbeitszeiten, fanden Forschende der Universität Basel heraus. 75 Prozent der überwiegend weiblichen Befragten berichteten, bis zu rund 50 Minuten länger zu schlafen als vor den Einschränkungen. "Es gab aber auch negative Veränderungen", sagt Studienleiterin Christine Blume. So hätten 45 Prozent eine schlechtere Schlafqualität angegeben. "Diejenigen, die sich stärker belastet fühlen, schlafen schlechter und kürzer."

Jeder Zehnte schläft schlechter

Einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse zufolge schläft jeder Zehnte in der Corona-Pandemie schlechter, unter den coronabedingt Gestressten sogar jeder Vierte. Berichte über Schlafen in Corona-Zeiten finden sich auch in den sozialen Netzwerken: Unter den Hashtags #coronaträume oder #coronadreams schildern Nutzer ihre Träume von vergessenen Schutzmasken und andere Alpträume.

Laut Robert Koch-Institut klagt ein Viertel der Bevölkerung über Schlafstörungen, elf Prozent erleben ihren Schlaf als häufig nicht erholsam. "Es ist eine Volkskrankheit, die sehr oft verharmlost und nicht angemessen behandelt wird", sagt Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM).

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Weeß befürchtet, dass die Corona-Krise noch mehr Patienten mit Schlafstörungen hervorbringt. Ihre Zahl war in den vergangenen Jahren laut dem Gesundheitsreport 2019 der Barmer Krankenkasse deutlich gestiegen. Arbeitslosigkeit sowie ein geringes Einkommen seien Risikofaktoren, sagt der Psychotherapeut und Buchautor Weeß. "Wenn es nicht gelingt, die Grübeleien zu stoppen und sich von Alltagssorgen zu entlasten, dann ist die Schlafstörung vorprogrammiert."

Fünf Schlaftipps

Für viele können aber schon kleine Stellschrauben dabei helfen, dass das Durchschlaffen besser klappt.

1. Verausgaben ja, aber nicht zu spät

Sportliche Betätigung ist laut dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung gut für den Schlaf. Jedoch sollte man nicht zu spät aktiv sein. Faustregel: Mindestens zwei Stunden Zeit zwischen Training und Zubettgehen.

2. Rituale

Ein paar Minuten aus dem Fenster blicken: Das ist nur ein Beispiel für ein Ritual, dass man sich vor dem Schlafengehen angewöhnen kann und das den Körper gewissermaßen darauf vorbereitet. Atemübungen oder ein kurzer Spaziergang sind weitere Möglichkeiten. Was man aber in der letzten Stunde vor dem Zubettgehen lieber vermeidet, sind Fernsehen und andere Arten des Medienkonsums.

3. Schlaftyp erkennen

Schlafforscher unterscheiden zwei Schlaftypen, die Lerchen und die Eulen. Lerchen gehen früher ins Bett – und stehen früher wieder auf. Für Eulen, die eher später ins Bett gehen, bringt der Rat, doch mal früher zu schlafen, dagegen wenig. Für sie ist es eigentlich besser, wenn sie später unter die Decke schlüpfen – nur ist das mit Job oder Schule oft nicht in Einklang zu bringen.

4. Aufstehen statt herumwälzen

Wer länger als eine Viertelstunde nicht einschlafen kann, sollte kurz aufstehen. Hintergrund: Der Körper sollte sich nicht daran gewöhnen, im Bett wach zu sein.

5. Wecker für Zubettgehen

Man lümmelt schon müde auf der Couch, doch kann sich nicht vom Smartphone trennen. In dem Fall hilft ein Wecker. Wer zum Beispiel um 22 Uhr schlafen gehen möchte, stellt ihn sich auf diese Uhrzeit – und wird quasi ins Bett geklingelt.

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