Ermittlungen in den USA : Er machte Jagd auf Frauen: 78-Jähriger gesteht Serienmorde

In den USA hat sich ein Inhaftierter als Serienkiller geoutet.
In den USA hat sich ein Inhaftierter als Serienkiller geoutet.

Ein verurteilter Mörder gesteht, über Jahrzehnte hinweg als Serienkiller unterwegs gewesen zu sein. Das FBI glaubt ihm.

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29. November 2018, 12:10 Uhr

Odessa | Im US-Bundesstaat Texas sitzt Samuel Little derzeit seine Haftstrafe ab: Drei Mal lebenslange Haft für drei Morde, die er begangen hat. Der 78-Jährige war laut dem FBI schon in jungen Jahren kriminell aufgefallen. Ende der 80er-Jahre tötete er in Los Angeles drei Frauen. Gefasst wurde er erst 2012, in einer Obdachloseneinrichtung. Als das FBI Littles DNA mit der Datenbank ungelöster Gewaltdelikte abglich, gibt es mehrere Treffer – über die USA verteilt. Vor allem ein Mordfall in Texas deutet auf Little als Täter.

Im Mai dieses Jahres besuchte das FBI Little im Gefängnis. Dort gestand Little rund 90 weitere Morde zwischen 1970 und 2005. "Er ging die Städte und Staaten durch und nannte jeweils die Zahl der getöteten Menschen", berichtet Kriminalanalytikerin Christina Palazzolo aus dem Verhör. "Jackson, Mississippi – eins, Cincinnati, Ohio – eins, Phoenix, Arizona – drei, Las Vegas, Nevada – eins."

FBI bestätigt bislang 34 Morde

Das FBI hat nach eigenen Angaben bislang 34 Fälle auf Little zurückgeführt. Die Bestätigung der übrigen stehe noch aus. Da es in den 70er- und 80er-Jahren noch nicht gängig war, DNA-Proben von Tatorten zu nehmen, entfällt diese Beweismethode in vielen Fällen. Weitere Hinweise liefert jedoch der Täter selbst: Little erinnert sich dem FBI zufolge noch gut an Details seiner Taten und Opfer, nur mit den Zeiten der Morde käme er in seinen Geständnissen durcheinander.

Samuel Little gestand etwa 90 Morde an Frauen.
dpa/AP/Uncredited/Ector County Texas Sheriff's Office
Samuel Little gestand etwa 90 Morde an Frauen.

Seine Opfer sind laut der Behörde schutzlose Frauen gewesen, die häufig drogenabhängig waren oder sich prostituierten. Little schlug sie brutal und würgte sie. Bei vielen dieser Todesfälle habe man keine umfassenden Ermittlungen angestrengt. Das FBI betont in seinem Bericht, es lege nun Wert darauf, auch zufällig scheinende Morde in die nationale Datenbank einzupflegen. Weil darin Behörden aus allen Bundesstaaten ihre untersuchten Gewalttaten archivieren, können so auch andere Ermittlungen davon profitieren: Etwa weil es ähnliche Handlungsmuster schon gab, oder Verbindungen zu vermissten Personen schnell hergestellt werden können.

Für den 78-jährigen Massenmörder wird sich laut dem FBI nicht mehr viel ändern. Er sei gesundheitlich angeschlagen und bleibe wohl bis zu seinem Tod im Gefängnis in Texas.

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