Heiß wie nie : 39,6 Grad: Neuer Juni-Hitzerekord geknackt

Überall zog es die Menschen ans Wasser.
Überall zog es die Menschen ans Wasser.

Die Temperaturen klettern von einem Juni-Rekord zum nächsten – am letzten Tag des Monats ist es wieder richtig heiß.

von
30. Juni 2019, 20:15 Uhr

Offenbach/Berlin | So heiß war es in Deutschland in einem Juni noch nie: Am Sonntag sind um 16.30 Uhr in Bernburg/Saale (Sachsen-Anhalt) 39,6 Grad Celsius gemessen worden, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Potsdam am Abend mitteilte. Bereits um 15.30 Uhr wurde mit 39,3 Grad in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) ein Juni-Hitzerekord registriert.

Damit ist die bisherige Höchstmarke 38,6 Grad vom vergangenen Mittwoch in Coschen (Brandenburg) und Bad Muskau (Sachsen) schon wieder Makulatur. Bernburg/Saale hat Tradition als Hitze-Hotspot in Deutschland: "Im letzten Jahr beobachteten wir an dieser Station mit 39,5 Grad die höchste Temperatur im Jahr 2018 (31.7.2018)", schrieb der DWD auf Twitter.

Allzeit-Temperaturrekord blieb unerreicht

Der Allzeit-Temperaturrekord von 40,3 Grad für Deutschland blieb jedoch am Sonntag bis zum Abend unerreicht. In der neuen Woche können sich die Menschen auf etwas Abkühlung freuen. Bis zum Dienstag gehen die Temperaturen auf unter 30 Grad zurück, wie der DWD mitteilte.

Im Norden und im Süden gibt es nach langer Trockenheit außerdem wieder Regen, teilweise Gewitter. Im Süden beginnt die Woche teils mit Unwettern, heftigem Starkregen und Hagel. Auch an den Küsten kann es regnen oder kurze Gewitter geben, sonst bleibt es heiter. Mit 28 bis 35 Grad bleibt es zunächst noch recht heiß, im Nordwesten gibt es 19 bis 27 Grad.

Weiterlesen: Hat das Wetter Einfluss auf die Gesundheit?

Auch in Rom drückte am Wochenende die Hitze – Papst Franziskus nahm das zum Anlass, Worte an besonders Betroffene zu richten. "Ich bete für diejenigen, die in diesen Tagen am meisten unter den Folgen der Hitze gelitten haben", sagte der Pontifex am Sonntag vor Gläubigen in der prallen Sonne auf dem Petersplatz. "Kranke, Alte, Menschen, die draußen arbeiten müssen, auf den Baustellen." Er hoffe, dass keiner von ihnen zurückgelassen oder ausgebeutet werde.

Neuer Temperaturrekord in Frankreich

Die extreme Hitzewelle in Frankreich schwächte sich derweil ab. Für Sonntag meldete der Wetterdienst Météo-France leichte Abkühlung für den Westen des Landes. Für rund 30 Départements im Osten und Süden Frankreichs blieb weiterhin die Warnstufe Orange aktuell. Vor allem der Süden war von der außergewöhnlichen Hitzewelle getroffen worden. In dem Ort Gallargues-le-Montueux im Département Gard war mit 45,9 Grad am Freitag ein neuer französischer Temperaturrekord gemessen worden.

Ein Radfahrer kam im südfranzösischen Département Vaucluse in Folge der extremen Hitze ums Leben. Er sei auf einer Tour in den Bergen unterwegs gewesen, teilte die Präfektur auf Twitter mit. Der Sportler hatte demnach über Unwohlsein geklagt und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er wenig später starb. Die Regionalzeitung "Dernières Nouvelles d’Alsace" berichtete, dass ein Dachdecker in Ille-et-Vilaine starb, nachdem er in der Hitze gearbeitet hatte. Während des Hitzesommers 2003 kamen in Frankreich Tausende Menschen ums Leben. Deshalb erlässt die französische Regierung seitdem bei Hitze zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen.

Sportler in Hamburg und Frankfurt kollabieren

Beim Hamburger Halbmarathon (33 Grad Celsius) kollabierten am Sonntag mehrere Läufer und mussten medizinisch versorgt werden. Die Feuerwehr kam dem Sanitätsdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes Hamburg mit 18 Rettungswagen und mehreren Notärzten zur Hilfe. Dramatische Szenen gab es auch beim Ironman in Frankfurt.

Weiterlesen: Ironman in Frankfurt: Führende True bricht kurz vor Ziel zusammen

In einem Düsseldorfer Freibad kam es am Samstag zu einem Streit mit mehreren hundert beteiligten Badegästen. Nach mehreren Notrufen rückte die Polizei mit Dutzenden Beamten an und versuchte zu schlichten.

"Die eintreffenden Einsatzkräfte stellten vor Ort eine Gruppe von mehreren hundert Personen, überwiegend junge Männer, fest, die eine Familie umringt hatten und anschrien", teilte die Polizei am Sonntag mit. "Der Vater stand schützend vor seiner Familie und war in Wortgefechte und eine kurze Rangelei mit Einzelnen aus der Gruppe verwickelt." Wie verlautete, soll sich der Vater zuvor einigen jungen Männern entgegengestellt haben, die sich im Bad daneben benahmen und über ausgebreitete Decken und Badegäste hinwegsprangen.

Weiterlesen: Massenstreit im Freibad: Hunderte Männer umringen Familie

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen