Ehemaliger ASB-Mitarbeiter in U-Haft : Skandal beim Arbeiter-Samariter-Bund: Zehn Millionen Euro Hilfsgelder veruntreut?

Angebliche Hilfsgelder waren als Geld für Flüchtlinge vorgesehen.

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04. Mai 2019, 15:48 Uhr

Hannover | Ein früherer leitender Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) soll mehr Geld unterschlagen haben als vermutet. Es seien weitere Taten aufgedeckt worden, Hochrechnungen hätten eine Summe von zehn Millionen Euro ergeben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover am Samstag. Zuvor hatte "Bild" über den Fall berichtet. Bislang waren die Ermittler davon ausgegangen, dass der 46-Jährige 6,5 Millionen Euro unterschlagen hat. Dabei ging es dem Bericht zufolge um Hilfsgelder für Flüchtlinge.

Ermittlungen dauern noch an

Der Fall war Ende Februar bekanntgeworden, der Mann wurde in Hannover verhaftet. Nach Angaben des Behördensprechers sitzt der 46-Jährige unverändert in Untersuchungshaft, Unterlagen würden weiter ausgewertet. Unklar sei noch, wann die Ermittlungen abgeschlossen werden könnten.

Fiktive Rechungen gestellt

"Es besteht der dringende Tatverdacht, dass der Mann fiktive Rechnungen gestellt hat", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge im Februar. Der ASB-Mitarbeiter bestreite die Vorwürfe. Bei Durchsuchungen im Raum Hannover waren zahlreiche Datenträger und Unterlagen sichergestellt worden. Der ASB hatte dem Mitarbeiter früheren Angaben zufolge gekündigt. "Der ASB wird selbstverständlich vollumfänglich kooperieren und unterstützt die behördlichen Ermittlungen", sagte Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch Ende Februar.

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