Mit Memes auf Wählerfang : „Das ist der unlustigste Account aller Zeiten“: CDU blamiert sich im Wahlkampf

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Mit Memes versucht die CDU bei jungen Menschen Wahlkampf für Armin Laschet zu machen.
Mit Memes versucht die CDU bei jungen Menschen Wahlkampf für Armin Laschet zu machen.

Mit "witzigen" Memes gehen CDU und Junge Union im Internet auf Wählerfang. Ob das funktioniert?

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18. Mai 2021, 14:20 Uhr

Berlin | In diesem Artikel erfährst Du:

  • Wie die CDU versucht, über Instagram eine junge Wählerschaft zu erreichen.
  • Warum sie dafür viel Spott ernten.
  • Was Memes damit zu tun haben.

Am 26. September ist Bundestagswahl. Höchste Zeit also für die Parteien, auf Wählerfang zu gehen. Besonders im Fokus steht dabei natürlich auch die Gruppe der jungen Wählerinnen und Wähler. Für sie Wahlkampf zu machen, scheint alle vier Jahre wieder eine besondere Herausforderungen zu sein. Schließlich ist die große Mehrheit der Berufspolitiker dem Jugendalter schon recht lange entwachsen. Das Durchschnittsalter im Bundestag lag zu Beginn dieser Wahlperiode bei 49,4 Jahren – bei der CDU/CSU sogar bei 50 Jahren.

Mehr #neo gibt es hier:

Doch um auch nach der kommenden Wahl stärkste Kraft zu werden, greift die Union nun im Wahlkampf zu härteren Mitteln. Auf dem Instagramprofil "connect CDU", das gemeinsam von CDU und Junger Union betrieben wird, setzt die Partei seit ein paar Monaten komplett auf Memes – eine im Idealfall witzige Mischung aus Bild und kurzem Text. Bis Anfang Januar fanden sich auf der Seite größtenteils ältere Wahlkampfbilder, die aussehen, wie Wahlkampfbilder nun einmal aussehen:

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"Chabos wissen wer der Babo ist"

Mit dem Beginn des Superwahljahres 2021 dann die veränderte Strategie: Es werden nur noch Memes gepostet. Den Beginn macht ein Bild von Generalsekretär Paul Ziemiak auf einem Tretroller. Darüber steht: "Chabos wissen wer der Babo ist". Der Haftbefehl-Song, auf den damit Bezug genommen wird, wurde übrigens 2013 veröffentlicht.

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Es folgen ein Bild von Armin Laschet, der sich fragt, wann die SPD mal ein ernstzunehmender Gegner war, noch einmal Ziemiak, der über eine Koalition aus SPD, Grünen und Linken lacht und gleich mehrere CDU-Politiker, die Kopfhörer tragend angeblich gerade den neuen Podcast von "connect" hören.

Es soll anscheinend lustig sein, wenn über einem Bild von Parteichef und Kanzlerkandidat Laschet und Kanzlerin Angela Merkel steht: "Kommst die Tage mal vorbei und dann zeige ich dir wo alles steht".

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Und dann noch ein Sicherheitsleck

Mehr als 6000 Follower hat "connect" mit ihrer Art der Memes inzwischen gesammelt. Doch schaut man in die Kommentare, schlägt einem Spott und Häme entgegen: "Die Seite ist echt allerfeinster Boomer-Cringe", liest man da. "Ist das Satire oder ein ernster Versuch bei der Jugend gut anzukommen? Hoffe Mal auf ersteres...", fragt sich ein User. "Das ist der unlustigste Account aller Zeiten", schreibt ein anderer.

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Neben den Memes betreibt "connect" auch eine App für alle, die sich im Wahlkampf für die Union engagieren wollen. Doch mit dieser App scheint es nun ein großes Problem zu geben:

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Laut der IT-Expertin Lilith Wittmann war es durch eine Sicherheitslücke möglich, mehrere Tausend Datensätze von Wahlkämpfern und Unterstützerinnen einzusehen. Die App soll unter anderem dafür genutzt werden, Informationen von Hausbesuchen zu speichern und festzuhalten, mit wem gesprochen wurde und wie diese Person zur CDU steht. Eine ähnliche App mit den selben Sicherheitslücken wurde bis zu einem Hinweis Wittmanns auch von der CSU genutzt.

Dieser Text gehört zu unserem neuen Ressort #neo, das sich speziell an junge Leserinnen und Leser richtet. Mehr Infos und alle Texte findest Du hier.

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