Für eine positive Klimabilanz : Sieben unverzichtbare Tipps für Deinen umweltfreundlichen Urlaub

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Den eigenen Urlaub in einem Wohnmobil oder Wohnwagen zu verbringen, ist besser für die Klimabilanz als in einem Hotel zu übernachten.
Den eigenen Urlaub in einem Wohnmobil oder Wohnwagen zu verbringen, ist besser für die Klimabilanz als in einem Hotel zu übernachten.

Nachhaltiger Tourismus wird immer beliebter: Reisen und die Umwelt zu schützen muss sich nicht komplett ausschließen.

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17. April 2021, 10:39 Uhr

Hamburg | In diesem Artikel erfährst Du:

  • wie Du am besten klimaneutral reisen kannst
  • welche Maßnahmen im Urlaub helfen, um wenig CO2 zu verbrauchen
  • welche Urlaubsform aktuell besonders in ist

Die Corona-Pandemie hat das Reisen in den vergangenen Monaten erschwert und die Tourismusbranche vor neue Herausforderungen gestellt. Die Reiselust der Deutschen ist jedoch ungebrochen. Wenn nach den Corona-Beschränkungen das Reisen wieder unbeschwert möglich ist, steht für viele Reisende das Thema Nachhaltigkeit und Klimaneutralität ganz oben auf der Agenda. Laut einer Umfrage der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) vom vergangenen Jahr gaben knapp 60 Prozent der Befragten an, ihren Urlaub möglichst sozialverträglich und umweltfreundlich gestalten zu wollen.

Nachhaltiges Reisen wird immer wichtiger

Die Tourismusbranche will diese Problematik angehen und den Urlaubern Angebote für nachhaltiges und klimaneutrales Reisen anbieten. Weg vom Massentourismus, hin zum "Green Travelling". Auch Fernreisen mit langen Flügen werden in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr so gefragt sein.

Experten der Stiftung Warentest haben in ihrer Zeitschrift "test" (1/2021) haben jetzt drei mögliche Szenarien durchgespielt. Dabei geht es um die klimaschädlichen Emissionen. Bei den drei Beispielen handelte es sich um mögliche Urlaubsreisen eines Paares: eine Woche Skiurlaub in Tirol, eine Woche Pauschalurlaub auf Sardinien und drei Wochen Thailand-Urlaub. Quintessenz: Je näher das Ziel, desto besser ist das tendenziell für die Umwelt.

Mehrstündige Flugreisen in ferne Länder sind derzeit überhaupt nicht angesagt. Wenn geflogen werden muss, dann am besten ohne Zwischenstopps.
dpa/Soeren Stache
Mehrstündige Flugreisen in ferne Länder sind derzeit überhaupt nicht angesagt. Wenn geflogen werden muss, dann am besten ohne Zwischenstopps.

Wie Stiftung Warentest berichtet, ließ sich die Klimabilanz bei dem Sardinien-Urlaub zum Beispiel dadurch halbieren, dass das Paar mit dem Campingbus und der Fähre anreiste sowie Wanderungen und Badestopps einplante statt eine Pauschalreise mit Fluganreise, All-inclusive-Hotel sowie Jetski- und Motorboottouren zu buchen.

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Die Busfahrt von Hannover nach Sardinen und zurück fiel laut Stiftung Warentest für die Klimabilanz zwar fast so schwer wie der Flug ins Gewicht. Doch der Aufenthalt auf dem Campingplatz sei in diesem Fall deutlich ressourcenschonender als ein All-inclusive-Hotel.

Sieben Tipps für klimafreundliches Reisen:

1. Weniger Kurztrips: Mal eben über das Wochenende nach Paris fliegen oder in Mailand shoppen gehen, weil das Flugticket gerade günstig und ein billiges Hotel verfügbar ist. Für Reiselustige waren Kurztrips auch schon vor der Pandemie sehr attraktiv. Nachhaltig ist das natürlich nicht. An- und Abreise zum und vom Urlaubsort verursacht eine Menge C02. Daher lautet die klimaneutrale Formel: Lieber einmal mehrere Wochen verreisen als mehrmals im Jahr einen Kurztrip machen.

2. Lieber nah als fern: Für kürzere Distanzen bis 800 Kilometer nehmen Reisende am besten den Zug oder den Bus. Gelangt man nicht ohne Auto ans Ziel, ist es sinnvoll, wenn sich mehrere Personen einen Wagen teilen. Vielleicht auch mal Urlaub in der Heimat machen. Der Urlaub im eigenen Land ist aktuell voll im Trend.

3. Fliegen: Wenn fliegen, dann besser direkt. Bei einer Verbindung von Hannover nach Gran Canaria führt ein Zwischenstopp in Barcelona laut "test" zu fast 20 Prozent mehr CO2-Emission als der Direktflug. Und wenn Fernreisen gebucht werden, dann besser für mehrere Wochen.

4. Campingplatz oder Ferienwohnung statt Hotel: Der Energie- und Wasserverbrauch eines Campingplatz ist meist deutlich geringer als der eines Hotels - insbesondere dann, wenn das Hotel einen Wellnessbereich oder einen beheizten Pool hat. Auch wer ein Öko-Hotel wählt, kann seine Klimabilanz verbessern. Campingurlaub oder Ferien auf dem Bauernhof sind aktuell äußerst beliebt und dabei auch noch klima- und umweltfreundlicher als ein Hotelurlaub.

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5. Neben- statt Hauptsaison: Für Familien mit schulpflichtigen Kindern ist das Verreisen in der Nebensaison nicht ganz so einfach. Dennoch ist es auch, was die Klimabilanz angeht besser, auch mal abseits der Hauptsaison zu verreisen. Wer die Massen an Urlaubs-Hotspots wie Paris, Rom oder auch Mallorca meiden will, sollte antizyklisch reisen. Weiterer Vorteil: Die Reiseziele sind nicht nur leerer, sondern meistens auch günstiger.

6. Vor Ort: Wandern, Rad fahren und Schwimmen - solche Aktivitäten sind nicht nur für die eigene Gesundheit gut, sondern auch für das Klima, während etwa Jetski- und Motorbootfahrten die Umwelt belasten.

7. Umwelt-Siegel: Wer umweltbewusster reisen will, findet als Orientierung viele Label dazu. Eine Übersicht zu überregionalen empfehlenswerten Siegeln gibt es etwa online bei "Die Verbraucher Initiative".

mit dpa-Material

Dieser Text gehört zu unserem neuen Ressort #neo, das sich speziell an junge Leserinnen und Leser richtet. Mehr Infos und alle Texte findest Du hier.

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