Von Steak bis Würstchen : Ist Grillfleisch zu billig oder sind Ersatzprodukte zu teuer?

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Grillfleisch im Supermarkt ist oft stark rabattiert, während vegetarische und vegane Varianten deutlich teurer sind.
Grillfleisch im Supermarkt ist oft stark rabattiert, während vegetarische und vegane Varianten deutlich teurer sind.

Die Grillsaison hat begonnen: Die Preisunterschiede zwischen Fleisch und vegetarischen Alternativen sind laut WWF groß.

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21. Juni 2021, 16:48 Uhr

Hamburg | In diesem Artikel erfährst Du:

  • Wieviel billiger Fleisch im Vergleich zu vegetarischen Alternativen ist.
  • Welche negativen Auswirkungen das hat.
  • Warum das so ist.

Die Umweltschutzorganisation WWF hat in einer Analyse herausgefunden, dass der Großteil des Grillfleisches in deutschen Supermärkten um ein Vielfaches billiger ist als vergleichbare Fleischersatzprodukte. In einer Untersuchung zwischen Ende April und Ende Mai diesen Jahres wurden 922 beworbene Grillfleisch-Angebote von acht deutschen Supermarktketten getestet. Durchschnittlich waren diese 85 Prozent billiger als vegetarische oder vegane Alternativen. Sie werden zudem fast 30 Mal häufiger in Werbeprospekten beworben.

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Das sagt jedoch leider nichts positives über die Qualität des Fleisches aus, denn nur die wenigsten getesteten Produkte kamen aus höheren Haltungsformen, wie die WWF meldete. Bei nur zwei Prozent der rabattierten Produkte konnte Bioqualität nachgewiesen werden.

Billige Preise zu Kosten der Umwelt

Auch das Werben mit Billig-Preisen für Fleisch, im Sommer besonders für Grillfleisch, wird vom WWF kritisiert. Um niedrige Preise anbieten zu können müssen massenweise Tiere zu schlechten Konditionen gehalten werden, was den Tieren aber auch der Umwelt erheblich schadet. Tanja Dräger de Teran, Ernährungsreferentin beim WWF, berichtete, dass etwa 96 Prozent der Soja-Anbaufläche für Tierfutter benötigt werden und nur vier Prozent für pflanzliche Lebensmittel.

Pflanzliche Produkte schonen das Klima und sind gesünder

Pflanzenprodukte hingegen haben eine weitaus bessere Ökobilanz, sind jedoch im Supermarkt viel teurer, als ihre "echten" Pendants. Bei der Herstellung von pflanzlichen Ersatzprodukten entsteht im Vergleich zu Rindfleisch teilweise weniger als ein Zehntel der Treibhausgase, so Tanja Dräger de Teran. Und auch der Wasser- und Flächenverbrauch sei um ein Vielfaches geringer, da Pflanzen wie beispielsweise Weizen und Soja nicht erst als Tierfutter genutzt würden, sondern gewissermaßen direkt auf dem Teller der Konsumenten landen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt zudem vor viel Fleischkonsum. Fleisch sollte für eine gesunde Ernährung nicht täglich verzehrt werden, um einer gesundheitlichen Belastung vorzubeugen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und der WWF empfehlen, dass nur knapp drei Prozent der Nahrung aus Fleisch- und Wurstprodukten bestehen soll. Das sind etwa 300 Gramm pro Woche.

Warum sind Ersatzprodukte so teuer?

Eine Erklärung für die enormen Preisunterschiede zwischen Grillfleisch und Ersatzprodukten sind die hohen Entwicklungskosten für Fleischalternativen. Fleisch ist in unserer Kultur fest verankert und hat dadurch auch preislich einen großen Wettbewerbsvorteil. Ersatzprodukte sind noch dabei, sich in Deutschland zu etablieren und können daher nicht in vergleichbaren Mengen produziert werden. Durch die geringeren Stückzahlen ist die Produktion preislich noch nicht so effizient und günstig, wie die von Fleisch.

Dieser Text gehört zu unserem neuen Ressort #neo, das sich speziell an junge Leserinnen und Leser richtet. Mehr Infos und alle Texte findest Du hier.

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