Run auf Lieferdienste wegen Corona : Hello Fresh im Test: Was kann die Kochbox wirklich?

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Kochbox-Anbieter Hello Fresh wirbt mit leichten und leckeren Rezepten. Wir haben haben den Test gemacht.
Kochbox-Anbieter Hello Fresh wirbt mit leichten und leckeren Rezepten. Wir haben haben den Test gemacht.

Auf Social-Media wird fleißig für Kochboxen von Hello Fresh geworben. Wir haben getestet, was sie wirklich können.

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14. April 2021, 10:30 Uhr

Hamburg | In diesem Artikel erfährst Du:

  • was hinter dem Kochbox-Hype steckt
  • wie gut der Anbieter Hello Fresh bei unserem Test abschneidet
  • für wen sich eine Kochbox lohnt

Seit Jahren gibt es mehrere Anbieter von Kochboxen. Das Konzept: Rezepte und Zutaten können bequem im Internet ausgewählt und direkt vor die Haustür geliefert werden. Der große Durchbruch blieb aus. Doch für den deutschen Anbieter Hello Fresh änderte sich das spätestens durch Corona.

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Wie funktioniert das Kochbox-Prinzip?

Die Bestellung von Kochboxen ist denkbar leicht. Nachdem Du Dir einen Anbieter ausgesucht hast, musst Du Dich mit Daten, Adresse und Zahlungsweise registrieren. Du kannst aus verschiedenen Angeboten das passende für Dich wählen: Egal, ob vegetarisch, mit Fleisch oder Fisch. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Sogar Familienboxen mit kinderfreundlichen Rezepten oder Angeboten für den Thermomix sind erhältlich. Wir haben uns in diesem Test die Hello-Fresh-Kochbox bestellt.

Hello Fresh

Zum Unternehmen

Das Unternehmen aus Berlin, das 2011 als Start-Up gegründet wurde, bekam mehrere Finanzspritzen und schaffte so den Sprung in die Expansion. Hello Fresh erwirtschaftete in dem Geschäftsjahr 2015 305 Millionen Euro, ein Anstieg von 338 Prozent zum Vorjahr. Der Verlust belief sich dennoch auf 117 Millionen Euro und stieg damit auf 660 Prozent an und das, obwohl bereits in sieben Ländern Millionen Mahlzeiten ausgeliefert wurden.
Erst im Jahr 2019 konnte ein erster Gewinn erzielt werden. Durch die Maßnahmen der Corona-Pandemie konnten dieser Erfolg im letzten Jahr deutlich ausgebaut werden. Wie die Tagesschau berichtete, konnte Hello Fresh seinen Umsatz 2020 mehr als verdoppeln und den Gewinn mit 74,4 Millionen Euro sogar verdreifachen. Von Juli bis September 2020 wurden fast 20 Millionen Bestellungen registriert. Mittlerweile ist Hello Fresh in 14 Ländern aktiv.

Bei der Zutatenauswahl kannst Du bestimmen, wie viele Gerichte Du bestellen möchtest. Du kannst zwischen drei bis fünf Gerichten bei einem Zwei-Personen-Haushalt wählen oder zwischen zwei bis fünf Gerichten bei einem Drei- bis Fünf-Personen-Haushalt. Nachdem Du deine Auswahl getroffen und bezahlt hast, kannst Du Deine Rezepte für die Kochbox auswählen. Je nachdem, welche Einstellungen Du getroffen hast, stehen bis zu vierzehn Gerichte zur Wahl.

Noch mehr #neo gibt es hier:

Für den Test haben wir uns für die vegetarische Box in der kleinsten Größe entschieden. Weitere zubuchbare "Add-Ons" wie Vorspeisen oder Desserts lassen wir weg. Nachdem wir ein bisschen durch die möglichen Rezepte gestöbert haben, entscheiden wir uns für folgende:

  • Mexikanische Süßkartoffel aus dem Ofen mit Guacamole und Sauerrahmdip
  • Veganes Massaman-Curry mit Kartoffeln, Kichererbsen und Erdnuss-Kokos-Soße
  • Israelische Hummus-Bowl mit Sesamaubergine und Baharat-Linsen

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1. Lieferzeit und Zustellung

Wir haben die Bestellung noch rechtzeitig am Mittwoch (Donnerstag ist Bestellschluss für die kommende Woche) bestellt. Uns wurde mitgeteilt, dass wir das Paket am gewünschten Termin zwischen acht und 17 Uhr erhalten. Während der Arbeit im Homeoffice ist das kein Problem. Ansonsten muss man eine Abstellgenehmigung erteilen oder die Nachbarn um die Annahme bitten. Da in der Kochbox auch gekühlte Lebensmittel enthalten sind, könnte das besonders an wärmeren Tagen zu einem Problem werden.

Unsere Kochbox ist mit DPD um ca. 13 Uhr geliefert worden. Zuvor haben wir noch eine E-Mail von DPD erhalten, dass das Paket auf dem Weg zu mir ist. Sobald ein Lieferzeitraum ersichtlich war, folgte eine zweite Mail mit einem Zeitfenster von einer Stunde. Das ist toll!

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2. Die Kochbox

Die Zutaten kommen in verschiedenen Papiertüten, je nach Gericht sortiert, an. Gekühlte Lebensmittel werden extra in einer Art Beutel mit Kühlakkus geliefert. Beim Annehmen der Kochbox ist uns aufgefallen, dass das Paket beschädigt und teilweise eingerissen war. Wir haben Sorgen um den Inhalt der Kochbox. Die Entwarnung kommt nach dem Öffnen: Der Inhalt wirkt ein wenig durcheinandergewirbelt, aber jede Zutat ist noch dort, wo sie hingehört. Bei einer Tüte stellen wir fest, dass der Inhalt etwas ausgelaufen ist. Die Curry-Paste war anscheinend undicht.

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privat

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3. Frische

Alle Zutaten in der Kochbox sind frisch oder noch haltbar. Dadurch, dass Bohnen oder Mais zusammen in der Tüte mit Tomaten, Zucchini oder Lauchzwiebeln liegt, haben einige Gemüsesorten jedoch Druckstellen, Risse oder sind leicht beschädigt. Dem Geschmack tut das aber keinen Abbruch.

Auch die gekühlten Zutaten kommen frisch und noch kalt an. Selbst die beiden mitgelieferten Kühlakkus sind noch fast komplett gefroren.

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4. Zubereitung und Geschmack

Zu jedem Gericht liefert Hello Fresh eine Rezeptkarte mit, die alle benötigten Utensilien aufzählt und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung enthält. Bei den Testgerichten stellen wir keine Fehler in den Rezepten fest. Der einzige ärgerliche Punkt ist, dass uns für die Israelische Hummus-Bowl keine Linsen, sondern Kidneybohnen geliefert wurden.

Um möglichst zeitsparend zu kochen, bietet es sich aber an, die Rezepte im Vorhinein einmal komplett durchzulesen. Die Abänderung der Reihenfolge kleiner Schritte kommt uns bei einigen Rezepten sinnvoller vor.

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privat

Information über die Ofentemperatur oder Kochuntensilien sind oben links in der Ecke zu finden. Durch die sehr kleine Schrift kann das aber schnell übersehen werden.

Alle Gerichte sind in der Zubereitung sehr einfach und auch für Personen mit kaum Küchenerfahrung geeignet. Die Zubereitungszeit, die zu jedem Gericht angegeben wird, kam auch ungefähr hin. Trotzdem würden wir nicht sagen, dass die Gerichte besonders schnell zubereitet sind. Für uns stellte das kein Problem dar, wer aber innerhalb von zehn Minuten etwas zu Essen auf dem Tisch stehen haben möchte, wird kaum Lust oder Zeit haben, mindestens 45 Minuten in der Küche zu stehen.

Geschmacklich haben uns alle Gerichte überzeugt und auch die Menge hat sehr gut gepasst. Wir sind sicher, dass wir das ein oder andere Gericht auch in Zukunft noch einmal kochen werden.

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5. Der Preis

Für die vegetarische Box haben wir 10,49 Euro bezahlt. Jede Portion hat damit einen Preis von 1,74 Euro. Der Betrag ist verhältnismäßig günstig, da ich mit Neukundenangeboten und kostenlosem Versand (sonst 5,49 Euro) gelockt wurde. Normalerweise beläuft sich der Preis auf rund dreimal so viel.

Um einen Vergleich zu ermöglichen, haben wir bei einem Online-Supermarkt alle benötigten Zutaten in meinen Warenkorb gelegt. Der Preis beläuft sich dabei auf 46,90 Euro. Insgesamt können wir mit dem virtuellen Einkauf natürlich noch mehr Portionen oder weitere Gerichte zubereiten. Dadurch, dass wir einen so großen Rabatt bekommen haben, würde aber selbst der auf zwei Portionen heruntergerechnete Preis nicht zustande kommen.

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6. Müll und Nachhaltigkeit

Insgesamt waren wir positiv überrascht. Wir haben damit gerechnet, dass in der Kühlbox jedes Teil nochmals in Plastik gewickelt ist, um genau wie bei den Zutaten, einzelne Gerichte zusammenzuhalten. Das war aber nicht der Fall. Auch die Zutaten selbst lagen ohne weiteren Müll in den Papiertüten. Lediglich die Kräuter und Gewürze, genauso wie die kleinen Verpackungen (beispielsweise hatten wir ein 20 Gramm Stück Butter in meinem Paket) sind in zusätzlichem Plastik oder Papier eingepackt. Die meisten davon würde man auch im Supermarkt so vorfinden, durch die portionierten Zutaten erhöht sich der Müllanteil aber dennoch.

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privat

Auch der Kühlbeutel besteht aus recyceltem Papier, das über die Tonne entsorgt werden kann. Die Kühlakkus sind so konzipiert, dass man das darin enthaltene Wasser zum Blumengießen nutzen kannst. Die Hülle besteht aus Plastik.

Dieser Text gehört zu unserem neuen Ressort #neo, das sich speziell an junge Leserinnen und Leser richtet. Mehr Infos und alle Texte findest Du hier.

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Diese Kochboxen haben wir außerdem getestet:

7. Persönliches Fazit von Testerin Carolin

Mir hat die Kochbox von Hello Fresh gefallen. Allerdings koche ich gerne und nehme mir Zeit dafür. Wer mal eben schnell was zu essen haben möchte, für den wird sich eine Kochbox von Hello Fresh nicht lohnen. Der Preis dieser Kochbox war durch die Angebote unschlagbar günstig. Das wird auf Dauer nicht so sein, auch wenn Hello Fresh mit zusätzlichen Rabatten auf die zweite und dritte Kochbox wirbt. Wenn Du ein großer Sparfuchs bist, ist der Einkauf im Supermarkt günstiger. Dennoch kann ich die Kochbox aus den folgenden Gründen weiterempfehlen:

  • Abwechslungsreich

Durch die Auswahl der Gerichte kann ich verschiedene Rezepte ausprobieren, deren Zutaten ich mir im Supermarkt eventuell nicht kaufen würde. Auch durch einige Gewürze oder ungeahnte Kombinationen entstehen leckere Gerichte, auf die ich niemals selber gekommen wäre.

  • Kein Einkaufsstress

Wer den ganzen Tag arbeiten war hat selten Lust sich durch den vollen Supermarkt zu drängeln. Besonders zu Coronazeiten bin ich persönlich dankbar, wenn ich jeden unnötigen Kontakt mit größeren Menschenmengen vermeiden kann.

  • Keine Verschwendung

Ohne eine große Familie oder viele hungrige Mäuler im Hintergrund, fällt es mir oft schwer, Lebensmittel aufzubrauchen, ohne eine Woche lang jeden Tag das Gleiche zu essen. Durch die genauen Mengenangaben kann ich sicher sein, dass ich nichts wegschmeißen muss oder Lebensmittel verderben.

Mexikanische Süßkartoffel aus dem Ofen
privat
Mexikanische Süßkartoffel aus dem Ofen

Beachten solltest Du aber unbedingt, dass Du mit der Bestellung einer Kochbox ein Abo abschließt. Das bedeutet, dass Du automatisch jede Woche eine Kochbox geliefert bekommst, wenn Du diese nicht direkt wieder deaktivierst. Deshalb:

  • Vorsicht vor der Abo-Falle

Bei der Bestellung wird man nicht aktiv darauf hingewiesen. Ich wusste das bereits aus vorherigen Erfahrungen mit Kochboxen, weshalb ich direkt nach der Bestellung mein Konto deaktiviert habe.

  • Portionsgrößen

Für mich persönlich haben die Portionsgrößen ausgereicht. Wer aber gerne viel isst, für den könnte es knapp werden. Zwar reichen die Portionen für zwei volle Teller, für einen Nachschlag hat es aber nicht gereicht.

  • Müll

Trotz der Umstellung auf möglichst viel Papier ist die Kochbox nicht gerade umweltschonend. Wenn man mal drauf zurückgreift, ist das in Ordnung. Jede Woche würde ich das aber nicht machen wollen.

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