Collien Ulmen-Fernandes im Interview : „Kulturschock“: Pro Sieben feiert Reality-Revival mit „Die Alm“

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Collien Ulmen-Fernandes moderiert die Neuauflage der Reality-Sendung 'Die Alm – Promischweiß und Edelweiß'.
Collien Ulmen-Fernandes moderiert die Neuauflage der Reality-Sendung "Die Alm – Promischweiß und Edelweiß".

"Die Alm" ist zurück: Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes verrät im Interview, was für sie das Beste am Reality-TV ist.

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24. Juni 2021, 10:00 Uhr

Villnöß | In diesem Artikel erfährst Du:

  • Wer bei der Neuauflage der Reality-Show "Die Alm" dabei ist.
  • Was für Herausforderungen die Promis in der Show bewältigen müssen.
  • Warum Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes das Reality-TV trotz aller Skandale schätzt.

"Die Alm" kommt zurück: Nach langer Pause geht das TV-Format am 24. Juni in die nächste Runde. Und dass, obwohl das Reality-Genre im letzten Jahr eher durch Skandale als durch Unterhaltung auf sich aufmerksam machte: Von der Spuck-Attacke im "Sommerhaus der Stars", über homophobe Äußerungen bei "Promis unter Palmen" bis hin zu den Diskussionen um das Format "Plötzlich arm, plötzlich reich". Die letzten beiden Sendungen wurden von Sat.1 nun sogar eingestampft.

Derweil holt ProSieben "Die Alm" zurück, nachdem die letzte Staffel 2011 über den Bildschirm flimmerte. Als Promis in die Berge ziehen dieses Mal unter anderem Model Mirja du Mont, Sternekoch Christian Lohse, Olympionikin Magdalena Brzeska und Ex-"Bachelorette"-Kandidat Ioannis Amanatidis.

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Im Interview spricht Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes darüber, ob die Promis die Strapazen der Show unterschätzt haben, inwiefern sie sich in den Bergen an ihre eigene Sendung "Gülcan und Collien ziehen auf's Land" erinnert fühlte und warum sie Reality-Formate so schätzt.

Die letzte Staffel der Sendung "Die Alm – Promischweiß und Edelweiß" erschien 2011 – das ist mittlerweile schon zehn Jahre her. Was passiert in der Sendung?

Ulmen-Fernandes: Zehn Prominente ziehen auf eine Hütte und spielen dort "Leben wie vor hundert Jahren": Es gibt zum Beispiel kein warmes Wasser und die Küche sieht etwas anders aus, als wir es heute gewohnt sind. Bevor es los ging konnten wir uns das einmal angucken. Man hat ja gar erstmal keine Vorstellung davon, wie so eine Küche damals aussah. Das Kochen läuft dementsprechend auch etwas anders ab: Die Promis müssen zum Beispiel selber Brot backen.

So sieht die Hütte der Promis von innen aus.
ProSieben/Benjamim Kis
So sieht die Hütte der Promis von innen aus.

Das wird junge Menschen jetzt vielleicht überraschen, aber damals gab es auch noch kein W-Lan (lacht). Das wird für einige besonders hart. Wir haben viele Teilnehmer dabei, die als YouTuber und Influencer vermutlich sehr viel im Internet sind. Ein Kulturschock für den Einen oder Anderen ist also vorprogrammiert. Wir beobachten die Promis in der Sendung dabei, wie sie mit dem Leben von damals so klarkommen.

Zur Person

Collien Ulmen-Fernandes

Collien Ulmen-Fernandes ist Moderatorin, Schauspielerin und Autorin. Bekannt wurde sie mit der Moderation der Sendung "BRAVO TV", die von 2001 bis 2002 auf RTL2 zu sehen war. Danach folgten etliche Sendungen beim Musiksender VIVA und bei ProSieben. Für ZDF neo beschäftigte sich Ulmen-Fernandes regelmäßig mit dem Thema Familie, zuletzt in der Doku-Reihe "Familien allein zu Haus – Elternsein in Zeiten von Corona". Bei "Die Alm – Promischweiß und Edelweiß" führt sie an der Seite von Christian Düren durch die Show.

Mehr #neo gibt's hier:

"Friends", "King of Queens" und jetzt sogar "Sex And The City" – viele Fernsehformate feiern momentan ein Revival. Schalten die Zuschauer auch bei der Neuauflage von "Die Alm" ein, um ein bisschen in Nostalgie zu schwelgen?

Da bin ich mir gar nicht so sicher. Zehn Jahre sind immerhin eine lange Zeit. Ich glaube, dass 18-, 19-Jährige das Format gar nicht mehr kennen. Eine ehemalige Babysitterin sagte vor langer Zeit mal zu uns: "Dieser Stefan, der immer bei "Schlag den Raab" mitmacht, der ist ja auch Moderator!" Sie kannte ihn nur aus dieser Sendung und nicht als den Stefan Raab (lacht). Viele junge Leute haben von "Die Alm" wahrscheinlich noch nie etwas gehört.

Kannst Du Dich denn noch an die Sendung erinnern?

Ich habe damals die allererste Folge gesehen. Ich weiß sogar noch, dass ich gedacht habe: "Da hätte ich auch Lust drauf, sowas zu moderieren." Also habe ich mich total gefreut, als ich gefragt wurde. Ich finde es schön, durch eine Sendung zu führen, bei der man auch ein bisschen albern sein darf. Uns wurde in der Moderation sehr viel Freiraum gelassen. Auch das Zusammenspiel mit Christian Düren hat gut funktioniert; wir haben uns dort erst kennengelernt.

Bei 'Die Alm' moderiert Collien an der Seite von Christian Düren.
ProSieben/Benjamin Kis
Bei "Die Alm" moderiert Collien an der Seite von Christian Düren.

Bei "Gülcan und Collien ziehen auf’s Land" hast Du 2008 auch Erfahrung mit dem Landleben gesammelt. Konntest Du Dich dadurch gut in die Kandidaten hineinversetzen?

Oh Gott, nein. Wir haben damals "ganz normal" gelebt. Sprich: Wir hatten warmes Wasser, wir hatten einen Kühlschrank, gemütliche Matratzen und warme Decken. Glücklicherweise!

Unsere Kandidaten bei "Die Alm" haben’s da deutlich härter und leiden zwischenzeitlich ganz schön darunter, dass ihnen die Annehmlichkeiten des Jahres 2021 genommen wurden. Das war bei uns damals eine ganz andere Situation: Wir haben einfach nur in den Beruf des Landwirts "hineingeschnuppert". Wir hatten auch nicht permanent Kameras auf uns gerichtet und konnten in Ruhe duschen und schlafen, ohne dass wir beim Schnarchen gefilmt wurden. Die beiden Sendungen haben also relativ wenig miteinander zu tun.

Zogen 2008 gemeinsam auf's Land: Collien Ulmen-Fernandes und ihrer VIVA-Kollegin Gülcan Kamps.
dpa/Rolf Vennenbernd
Zogen 2008 gemeinsam auf's Land: Collien Ulmen-Fernandes und ihrer VIVA-Kollegin Gülcan Kamps.

Was ist denn für die Kandidaten schwieriger: Das Zusammenleben unter den Bedingungen der früheren Zeit oder die Challenges, die ihnen gestellt werden?

Das ist das Schöne an diesem Format: Es gibt Leute, für die ist das Thema "andere Menschen" die größere Herausforderung. Und dann gibt es wieder andere, die an den Challenges verzweifeln. Das macht es so spannend.

Es entwickeln sich mit den verschiedenen Charakteren und Aufgaben immer wieder Dynamiken, mit denen man vorher nicht gerechnet hat…

Definitiv! Also bei uns gibt es auf jeden Fall Situation in denen man sich fragt: Wie konnte das denn jetzt passieren?

Meinst Du, die Promis unterschätzen im Vorfeld die Herausforderungen der Show?

Es gibt auf jeden Fall Kandidaten, die gesagt haben, dass sie vorher unterschätzt haben, wie hart die Sendung sein kann. Als Eltern kennt man vielleicht die Situation, wenn die Kinder nicht durchschlafen. Was alleine die Schlaflosigkeit mit einem macht. Auf der Alm müssen die Kandidaten auch immer sehr früh aufstehen, um die Tiere zu versorgen. Dadurch bekommen sie relativ wenig Schlaf. Das allein macht ganz schön viel mit einem.

Die Promi-Bewohner müssen auf die Annehmlichkeiten des Jahres 2021 verzichten.
ProSieben/Benjamin Kis
Die Promi-Bewohner müssen auf die Annehmlichkeiten des Jahres 2021 verzichten.

Dieser Text gehört zu unserem neuen Ressort #neo, das sich speziell an junge Leserinnen und Leser richtet. Mehr Infos und alle Texte findest Du hier.

Bei anderen Promi-Formaten gab es in letzter Zeit viele Skandale. Wie kann Reality-Fernsehen aussehen, das unterhaltsam ist, aber gewisse Grenzen nicht überschreitet?

Bei einem moderierten Format ist es nochmal leichter, die Grenzen aufzuzeigen: Mit einer Moderation kann man schneller eingreifen. Wir haben einfach gewisse Werte und bei größerem Fehlverhalten hätten wir die Möglichkeit gehabt, Leute direkt rauszuschmeißen. Außerdem war uns in der Moderation sehr wichtig, niemanden runterzumachen. Klar, man neckt sich auch mal liebevoll. Aber wir wollen uns nicht über die Leute stellen.

Das Beste an diesen Formaten ist für mich, dass sie das Leben abbilden: Streit-Situationen in Filmen wirken oft so konstruiert. Aber in jeder guten Ehe kennt man das, dass man sich missversteht und dann dieses Missverständnis so seinen Lauf nimmt. Sowas passiert eben auch anderen Menschen. Dann guckt man dieses Format und sagt: "Guck mal, das hätte uns auch passieren können."

Das macht für mich den Reiz des Reality TV aus: Man kann anderen Menschen beim Mensch-Sein zugucken – und findet sich vielleicht in der ein oder anderen Situation wieder.


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