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Umfrage : Muslimische Feiertage in Deutschland feiern?

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erstellt am 13.Okt.2017 | 20:50 Uhr

Muslimische Feiertage in Deutschland? Für Bundesinnenminister Thomas de Maizière wäre dies durchaus vorstellbar. „Wo es viele Moslems gibt, warum kann man nicht auch mal über einen muslimischen Feiertag nachdenken?“, preschte der CDU-Politiker jetzt bei einem Wahlkampfauftritt in Niedersachsen vor und hat damit eine kontroverse Debatte ausgelöst. Er sei bereit, über die Einführung in bestimmten Regionen Deutschlands zu reden. Aber auch in seiner Partei stößt er damit auf Widerstand.

PRO - Es geht um Respekt

Ein in Deutschland anerkannter islamischer Feiertag würde deutlich machen: Muslime sind Teil der Gesellschaft und es gibt Verständnis untereinander für ein gutes und friedliches Zusammenleben. Der Ramadan und das Opferfest bieten sich an. Es geht um Respekt und Teilhabe, und nicht um die Forderung nach einem arbeitsfreien Tag oder den Zwang, dies als Feiertag für alle Deutschen einzuführen. Das Wissen um andere Kulturen und Religionen macht uns reicher. Indem ich meinem jüdischen Nachbarn zum Jom Kippur gratuliere, verweichliche ich keineswegs meine eigenen Traditionen. Die Eintragung in die Kalender ist übrigens in den Schulen längst verbreitete und behördliche Praxis. Bei der Festlegung von Klassenarbeiten oder anderen wichtigen schulischen Terminen wird schon häufig darauf Rücksicht genommen. Überhaupt: Rücksichtnehmen ist kein Nachgeben im kulturellen Wettstreit, sondern Grundlage für ein friedliches Miteinander. Es gibt auch ganz praktische Vorteile: Wenn der muslimische Polizist zum Ramadan-Fest freibekommt, schiebt er gerne „Wache“ zum ersten Weihnachtstag, wenn sein christlicher Kollege frei hat.

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland

 

CONTRA - Islam benötigt noch  Reformation

Die Idee, muslimische Feiertage in Deutschland einzuführen, setzt ein falsches Signal zur falschen Zeit. In unserem Land bestimmen aus guten Gründen die christlichen Feiertage den Kalender. Das Christentum ist Grundlage unserer Kultur und vieler Traditionen.Wer hier lebt, lässt sich bewusst auf die Geschichte dieses Landes und seiner Traditionen ein. Wichtiger als neue staatlich anerkannte religiöse Feiertage ist ein gesellschaftliches Klima, in dem aktive Toleranz gelebt wird. Staatliche muslimische Feiertage in Deutschland würden diesem Klima von Verständigung und Toleranz heute nicht nützen. Viel zu sehr benötigt der Islam in seiner verbreiteten Auslegung noch einer Reformation und einer Aufklärung, zum Beispiel bei der Stellung der Frau und im Umgang mit Religionskritik.

Für das Christentum war die historisch-kritische Bibelauslegung als Folge der Aufklärung ein schmerzhafter Prozess, der zum distanzierten Umgang mit der Heiligen Schrift  führte. Die Religionsfreiheit gehört darum zu Deutschland. Statt neue Feiertage einzuführen ist es notwendig, die vorhandenen christlichen Feiertage mit neuem Leben zu erfüllen.

CSU-Vize Christian Schmidt,  Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft

 

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