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Meinung

17. November 2017 | 22:31 Uhr

Viel zu spät

vom

svz.de von
erstellt am 05.Jan.2011 | 08:12 Uhr

Schon jetzt ist der Vertrauensschaden immens. Der Eierkonsum geht zurück. Die Verbraucher üben sich bereits in Verzicht. Genau zehn Jahre nach BSE erschüttert ein neuer, schwerer Skandal die Ernährungswirtschaft. Nach und nach wird das ganze Ausmaß erkennbar. Alle Indizien deuten auf unverantwortliche Panscherei hin. Hier noch an ein Versehen oder menschliches Versagen zu glauben, fällt bei dieser Dimension schwer. Bis zu 150 000 Tonnen daraus hergestelltes, mit Dioxin belastetes Futter – eine Menge, die ausreicht, um 20 Millionen Hühner 30 Tage lang füttern zu können.

Mit groß angelegten Rückrufaktionen und der Internet-Veröffentlichung der Stempelnummern belasteter Eier ist es da nicht getan. Die Qualitäts- und Kontrollstandards für die Produktion von Lebens- und Futtermitteln müssen grundsätzlich auf den Prüfstand.

Leider hat die Politik den Ernst der Lage wieder viel zu spät erkannt. Hätten die Lücken bei der Lebensmittelsicherheit nicht viel früher geschlossen werden können? Die allermeisten Lebensmittelskandale gehen zurück auf Tierfutter.

Und selbst bei strengeren Regeln für die Futterherstellung gilt: Die besten Gesetze helfen nicht, wenn ihre Einhaltung nicht ausreichend kontrolliert wird. Und bei den Kontrollen der Hersteller scheint einiges im Argen gelegen zu haben.

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