Vertrauensverlust

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11. August 2009, 07:10 Uhr

Thomas VolgmannPeinlich, peinlich, da gehen ausgerechnet der Justiz ein Datenträger mit sensiblen Informationen aus Grundbuchämtern verloren, und keiner kann sagen, wo er geblieben ist. Und damit nicht genug, die betroffenen Grundstückseigentümer werden vom Justizministerium monatelang nicht darüber informiert. Keine Frage, jeder der arbeitet, macht irgendwann Fehler. Darum geht es hier auch nicht allein um das Versäumnis eines Einzelnen im Datenverarbeitungszentrum, der einen kleinen USB-Stick verbummelt hat. Die Klärung von zwei Fragen ist in diesem Zusammenhang wichtig. Warum werden so sensible Daten in dieser Größenordnung überhaupt auf einen USB-Stick geladen. Die Möglichkeit des Verlustes ist damit programmiert. Die Daten dann nicht zu verschlüsseln, ist zudem grob fahrlässig. Warum nicht sichere Möglichkeiten der Datenübertragung genutzt wurden, sollte sich das Justizministerium vom Datenverarbeitungszentrum erklären lassen. Außerdem: Warum konnte das Ministerium fünf Monate irrtümlich annehmen, dass der Stick nicht von Unbefugten ausgelesen werden kann? Die Justiz verließ sich einfach auf falsche Informationen der privaten Software-Firma. Datenschützer Karsten Neumann kritisiert zu Recht, dass Behörden die Tätigkeit ihrer privaten elektronischen Dienstleister kaum noch kontrollieren können. Aber wie kann man da Vertrauen haben, dass sich solche peinliche Panne nicht wiederholt?

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