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Meinung

20. November 2017 | 18:34 Uhr

Unanständig

vom

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2007 | 11:04 Uhr

Das ist fast schon unanständig. Nach vierjähriger Stagnation nach dem Super-Sommer 2003 gehts jetzt auch ohne Supersommer im Tourismus wieder steil bergauf. 6,3 Millionen Gäste bedeuten im Klartext, dass jeder Mecklenburger und Vorpommer inzwischen vier Gästen im Jahr die Hand schütteln könnte. Das ist nach Kärnten und nach Tirol sogar Spitze in Europa.
Und ein solches Ergebnis in einem solchen Jahr, das ziemlich mies anfing, im Sommer nicht gerade zu Wetter- Höchstleistungen auflief und im Herbst auch schon den Temperatur-Winter einließ, ringt dem neidlosen Beobachter ein zusätzliches Achtung ab. Ein Verdienst der Branche, zweifellos.
Doch in der Branche verdient es sich nicht gut. Nicht generell, aber Rügens Landrätin Kerstin Kassner klagt, dass die unterstützenden Sozialleistungen für Angestellte der Tourismusbranche auf ihrer Insel in die Höhe schnellen. Im Klartext: Weil entweder so wenig bezahlt wird oder die Jobs oft nur über die Saison reichen, muss der Staat den Lohnempfängern im Tourismusgewerbe unter die Arme greifen, damit sie auskommen. Ihre Arbeit nährt sie nicht. Abgesehen davon, dass man jetzt den Teufel an die Wand malen und prophezeien könnte, dass sich dies in Fluktuation und sinkenden Gästezahlen niederschlagen wird, sind Tiefstlöhne in Gewinnbranchen einfach wirklich unanständig.

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