Teure Stasi?

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11. August 2009, 07:11 Uhr

Es mutet fast schon grotesk an: Zum 20. Jahrestag der Wende und des Mauerfalls geht der Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen das Geld aus. Schon jetzt beklagt Direktor Hubertus Knabe ein Defizit von 70 000 Euro, Tendenz steigend. Man mag es gar nicht schreiben, aber "schuld" seien die vielen Schulklassen, die sich im früheren Untersuchungsgefängnis über die Machenschaften des DDR-Geheimdienstes informieren. Weil Schüler nichts zahlen müssen, hinter den Führungen aber Kosten stecken, hat sich das für Gedenkstätten-Verhältnisse beträchtliche Defizit aufgebaut. Müssen nun die Führungen eingeschränkt werden? Das wäre nicht nur peinlich im Jubiläumsjahr, sondern vor allem bedauerlich mit Blick auf die politische Bildung. Nicht ohne Grund wird immer wieder geklagt über mangelnde Kenntnisse junger Menschen über deutsch-deutsche Geschichte, die im Unterricht oft nur eine untergeordnete Rolle spielt. Aber das Finanzierungsproblem wurde gestern schnell gelöst. Der Bund konnte es sich gar nicht leisten, die Gedenkstätte im Regen stehen zu lassen; abgesehen davon, dass der Förderverein viel Politprominenz in sich vereint. Was die Zukunft betrifft, muss sich der Stiftungsrat, der über die Eintrittspreise entscheidet, aber fragen lassen, ob diese geschichtliche Bildung weiterhin zum Nulltarif zu haben ist.

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