Mahner für das Gute

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07. Dezember 2009, 07:12 Uhr

Bundespräsident Horst Köhler war zu Gast in Italien und im Vatikan. Und wie so oft mahnte das Staatsoberhaupt zu verstärkten Anstrengungen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise. Wofür es beim Gesprächspartner sicher viel Verständnis gab: Denn immerhin war es der Papst, der in seiner Sozialenzyklika "Caritas in Veritate" mit klaren Worten die Auswüchse des Weltwirtschaftssystems gegeißelt hat. "Das zu schützende Kapital ist der Mensch", lautete einer der Kernsätze des im Juli veröffentlichten Textes, der einen "tatsächlichen Gesinnungswandel" hin zu einer an Gerechtigkeit und Solidarität orientierten Wirtschaft fordert. Massive Kritik übte Benedikt auch an der Verlagerung industrieller Produktion in Niedrigpreisländer, am fehlenden Marktzugang für Staaten aus der Dritten Welt. Passiert allerdings ist nicht viel. Natürlich macht es sich gut, wenn das Staatsoberhaupt Papst Benedikt Zustimmung signalisiert. Schöne Worte allerdings gab es eigentlich genug. Jetzt müssen wirkliche Veränderungen in der Wirtschaft her. Die aber können weder der Bundespräsident noch der Papst in Rom bewirken. Ihnen bleibt auf Dauer nur die Rolle der steten Mahner für das Gute, der moralischen Instanz. Um etwas zu verändern, müssen sie gehört werden. Zumindest das allerdings könnte, nicht nur in Deutschland, ruhig etwas häufiger der Fall sein.

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