Langer Atem

von
03. September 2008, 07:08 Uhr

Entweder striktes Rauchverbot in Gaststätten oder einheitliche Ausnahmen – unabhängig davon, wofür sich die Landesgesundheitsminister morgen aussprechen: Ein umfassender Nichtraucherschutz lässt sich nicht allein durch Gesetze erreichen. In einem privaten Haushalt mit mindestens zwei Rauchern können die Belastungen für Kinder höher sein als für Bedienungen in einer verqualmten Kneipe.

Wichtig sind deshalb Aufklärung und Hilfsangebote. Und die scheinen langsam zu fruchten. Zwar führt Mecklenburg-Vorpommern bei jugendlichen und erwachsenen Rauchern immer noch die bundesweite Tabelle an. Doch im Vergleich zur letzten europäischen Schülerbefragung Espad aus dem Jahr 2003 hat der Anteil rauchender Jugendlicher in MV von damals 47,6 Prozent auf 38,1 Prozent im Jahr 2007 abgenommen.

Nach Beobachtungen von Sucht-Experten gilt es unter Schülern inzwischen durchaus als cool, nicht zu rauchen. Wenn das auch so bleiben soll, muss das Land in erster Linie die Gesundheitsvorsorge in den Kitas und Schulen verstärken. Das gilt nicht nur für das Thema Rauchen, sondern auch für Alkohol und Ernährung. Die dicksten Menschen, die heftigsten Trinker, die meisten Raucher – in allen drei Bereichen ist der Nordosten das bundesweite Negativbeispiel.

Mecklenburg-Vorpommern braucht noch einen langen Atem, bis es sich Gesundheitsland nennen kann.

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