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Meinung

20. November 2017 | 05:15 Uhr

Kompromisslos

vom

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2007 | 07:14 Uhr

Dem Vizekanzler passt die ganze Richtung nicht. Und so bleibt er auf Konfrontationskurs zu seinem Parteichef. Müntefering gegen Beck, dahinter steckt mehr als die Frage, ob das Arbeitslosengeld I für Ältere um einige Monate verlängert wird. Es geht um grundsätzliche Fragen der Strategie und der Macht innerhalb der Sozialdemokraten. Franz Müntefering sieht den Reformkurs bedroht. Kurt Becks Schlingerkurs hält er für hochgefährlich, kann die Sozialdemokratie seiner Einschätzung nach doch keinen populistischen Wettlauf gewinnen, schon gar nicht gegen die Linkspartei. Mit seiner Haltung steht Müntefering in der SPD-Führungsebene durchaus nicht allein. Auch zwei von drei Wunschkandidaten Becks für die Stellvertreterriege, Steinmeier und Steinbrück, teilen seine Bedenken. Doch ihrem Parteichef lautstark zu widersprechen, wagen sie nicht. Sie wollen gewählt werden - anders als Müntefering, der gegen Ende seiner Karriere keine Kompromisse mehr machen will. Beck wiederum, der mit miesen Umfragewerten zu kämpfen hat, will Führungsstärke demonstrieren. Und an Müntefering, der stärksten SPD-Persönlichkeit in der Regierung, ein Exempel zu statuieren, ist ihm womöglich Recht. Die Basis weiß er in der Sachfrage, die den Machtkampf ausgelöst hat, hinter sich. Für das öffentliche Bild der SPD allerdings sind der Streit und seine möglichen Folgen verheerend.

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