Kalt erwischt

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19. August 2009, 07:01 Uhr

Kurz vor dem Ziel hat es die Deutsche Post nun doch erwischt. Heimlich, still und leise schränkt der Konzern während der Ferienmonate Juli und August seine Leistungen ein - und wäre damit beinahe durchgekommen. Aufmerksame Kunden haben aber Alarm geschlagen. Und siehe da: Überregional adressierte Briefe bleiben liegen und manchmal müssen die Kunden länger auf ihre Post warten, weil ein Zusteller ein größeres Gebiet versorgen muss. Mit ihrem Vorgehen verstößt die Post zwar nicht gegen ihre Verpflichtungen als Universaldienstleister, wie die Bundesnetzagentur gestern versicherte. Der Konzern braucht also nicht um sein Privileg zu fürchten, keine Mehrwertsteuer abführen zu müssen. Doch ungeachtet dieses Persilscheins: Die Deutsche Post fügt sich mit ihrer Heimlichtuerei einen beträchtlichen Imageschaden zu. Denn das selbst gezeichnete Bild des verbraucherfreundlichen Briefdienstes, der sechs Tage in der Woche für seine Kunden da ist, bekommt Risse. Spätestens seit dem Geständnis, dass nicht jeder Brief so schnell wie möglich befördert wird, stellt sich die Frage, was alle Beteuerungen und Dementis wert sind. Das Unternehmen, das im laufenden (Krisen-)Jahr einen Gewinn von rund 1,2 Milliarden Euro erwartet, pokert hoch, um Personalkosten zu sparen. Und geht das Risiko ein, noch mehr Kunden an die private Konkurrenz zu verlieren.

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