Investitionen in Beton

svz.de von
09. Dezember 2008, 02:27 Uhr

Max-Stefan KoslikDie Zahlen sind seit langem bekannt: Bis 2050 wird Mecklenburg-Vorpommern nur noch zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Einwohner zählen. Die Geburtenquoten sinken um ein weiteres Drittel. In einem Land, in dem Ende der 80er in jedem Jahr 27 000 Kinder geboren wurden, werden nur noch 7000 das Licht der Welt erblicken. Die Seniorengeneration wächst und wächst - auch dank der Medizin. Das sind die Eckpunkte, auf die sich Politik einstellen kann - einstellen sollte. Doch wie ist die Realität? In einem europaweit einmaligen Investitionsprogramm wird seit fast 20 Jahren in Infrastruktur und Beton investiert, ohne an die Erfordernisse ab 2020 zu denken. Was am Anfang noch gut gemacht war, wächst sich zu einer Steuermittelvernichtungsmaschinerie aus. Erste Kommunen rufen schon den Bundestag gegen Ortsumgehungen zu Hilfe. An anderen Stellen wird hingenommen, was längst nicht mehr notwendig ist, weil das Geld ja sonst andere bekämen. Dort jedoch, wo MV seine Standortvorteile ausbauen könnte, wird gespart. Lehrer werden auf Teilzeit gesetzt, Universitäten auf Konzentrationsprozesse gestutzt und eine gut ausgebaute Theaterlandschaft wie Abwasser in Zweckverbände gepresst. Alles gerechtfertigt unter dem Hinweis des mangelnden Geldes. Aber es mangelt nicht an Geld, es wird nur falsch verteilt. MV verspielt seine Standortvorteile - und nennt das Politik.

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