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Meinung

12. Dezember 2017 | 11:36 Uhr

Erschreckende Erkenntnis

vom

svz.de von
erstellt am 22.Dez.2011 | 11:35 Uhr

Natürlich ist Armut immer relativ. Und selbstverständlich wird der ein oder andere mal in der offiziellen Statistik zur Armutsgefährdung mitgezählt, weil er vorübergehend weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat - sei es während Studium oder Ausbildung oder wegen kurzer Phasen von Arbeitslosigkeit. Doch darf eine an sich reiche Gesellschaft nicht darüber hinwegsehen, wenn viele von Armut bedroht sind. Bei aller Notwendigkeit zur Differenzierung schlägt der Paritätische Wohlfahrtsverband völlig zu recht Alarm. Denn Armut und Perspektivlosigkeit können das Gesicht ganzer Regionen prägen. Dass sich die Lage im Osten allmählich verbessert, gerade in Brandenburg und Thüringen - eine erfreuliche Entwicklung. Dass sich das Ruhrgebiet zur neuen Problemregion zu entwickeln scheint, ist dagegen mehr als erschreckend. Ein Land wie Deutschland sollte sich nicht damit abfinden, wenn im Schnitt 14 bis 15 Prozent auf Dauer arm oder von Armut bedroht sind. Die erschreckende Erkenntnis bei der Betrachtung der Entwicklung der letzten Jahre ist doch, dass der Anteil der Betroffenen in wirtschaftlich guten Zeiten nicht wesentlich gesunken ist. Aufschwung bedeutet leider in Deutschland nicht automatisch weniger Armut. Fördern und Fordern - das alte Leitprinzip der Hartz-IV-Reformen bleibt im Kampf gegen Armut genau der richtige Ansatz.

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