zur Navigation springen
Meinung

22. November 2017 | 04:57 Uhr

Entlastende Effekte

vom

svz.de von
erstellt am 23.Nov.2007 | 10:39 Uhr

Die Urangst der Deutschen, die harte D-Mark gegen eine europäische Weichwährung eintauschen zu müssen, hat sich als gegenstandslos erwiesen. Der Euro ist kräftig gediehen - so kräftig, dass dies nun zum Problem zu werden droht. Da schlägt Airbus Alarm, weil der schwache Dollar, in dem in der Flugzeugbranche abgerechnet wird, den Wert der Einnahmen rasant schwinden lässt. Die Kosten des Flugzeugbauers hingegen fallen in Euro an. Dieses Ungleichgewicht kann den Flugzeugbauer in neue Turbulenzen stürzen, wohl auch manch anderer Branche Schwierigkeiten bereiten. Zeit für die Notenbanken einzugreifen? Stützungskäufe für den Dollar dürften problematisch sein: Um eine nachhaltige Trendumkehr zu erreichen, wären gigantische Mengen notwendig, die - wenn überhaupt - nur in einer konzertierten Aktion weltweit aufgebracht werden könnten. Angesichts der grundlegenden amerikanischen Probleme vom Außenhandelsdefizit bis zur Hypothekenkrise sind die Erfolgsaussichten ohnehin nicht gut.
Die Europäische Zentralbank muss allerdings darüber nachdenken, ob sie es nicht besser vermeiden sollte, den Euro mit Zinserhöhungen immer attraktiver zu machen. Einiges spricht für eine Trendumkehr in der Zinspolitik.
Über den Gefahren darf nicht vergessen werden, in welchen Bereichen der starke Euro der Wirtschaft auch nützt . Insbesondere die gestiegenen Ölpreise von fast 100 Dollar pro Barrel werden durch den Dollarverfall zumindest teilweise kompensiert. Für die Masse der Verbraucher und Firmen allgemein dürfte der entlastende Effekt des Euro-Kurses unter dem Strich stärker zu Buche schlagen als die belastenden Faktoren - jedenfalls noch.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen