Die Verbraucher brauchen Hilfe

svz.de von
14. März 2013, 06:23 Uhr

Ist das Pferd auch in meine Lasagne gefallen? Sind diese Eier Bio oder tun die nur so? Darf der nette junge Mann mir an der Haustür Grundstücke auf dem Mond verkaufen? Wie lange darf mich eine Telefon-Hotline hinhalten?

Es sind Fragen des Alltags, die jeden Tag den Verbraucherzentralen gestellt werden. Und es werden immer mehr. Je komplexer die Welt, je globalisierter die Wirtschaft, desto verunsicherter sind die Menschen.

Früher kam das Rind vom Bauern zum Schlachter, wurde vom Fleischer durch den Wolf gedreht und verkauft und Tante Lisbeth hat Klopse davon gebraten. Von der Wiese in die Pfanne waren es nur ein paar Kilometer.

Heute kann schon mal ein rumänisches Pferd mit französischen Kühen vereint in einem schwedischen Klops auf deutschen Tellern landen. Davor sitzen die Verbraucher und wissen nicht, ob sie das überhaupt essen können. Die Verbraucher brauchen Hilfe und Orientierung.

Und sie zu schützen, ist Aufgabe des Staates. Denn die Verbraucher sind seine Bürger.

Nur wenden die Bürger sich nicht an ihren Staat, wenn sie als Verbraucher Hilfe benötigen, sondern an die Verbraucherzentralen. Und das sind keine staatlichen Institutionen, sondern eingetragene Vereine. Deren Existenz allein hängt vom guten Willen des Bundes, der Länder und Kommunen ab, die mehr oder weniger Geld gewähren. Geld, das die Zentralen benötigen, um überhaupt existieren zu können, Geld, das sie zum Teil Jahr für Jahr immer wieder neu beantragen müssen.

Dabei erfüllen die Verbraucherzentralen Aufgaben, die der Staat zu erfüllen hätte. Vorsorge zum Beispiel ist eine, zum Schutz der Bürger. Kaum gehen drei Anfragen wegen des dubiosen Mondverkäufers ein, schon ist die Polizei einem Betrüger auf der Spur, bevor der ganze Reihenhaussiedlungen an Ahnungslose verscherbeln kann und richtig Schaden anrichtet.

Nun sollten wir nicht gleich nach mehr Staat rufen. Es würde doch schon reichen, wenn das Geld für die Verbraucherzentralen verlässlich und gesetzlich verankert fließen würde und nicht nach Gutdünken. Es wären Zeit und Sicherheit gewonnen, die uns Verbrauchern zugute kämen.


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