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Blanko-Schecks statt Theaterkonzept

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erstellt am 30.Jan.2012 | 09:02 Uhr

Die Schweriner Stadtvertretung steht zu ihrem Theater. Was wie eine gute Nachricht zur Rettung des Mecklenburgischen Staatstheaters klingt, ist eher ein Zeichen der Konzeptlosigkeit. Die Stadtvertreter haben ihr Bestes gegeben. Doch was passiert, wenn das Staatstheater am 1. August tatsächlich in die Zahlungsunfähigkeit rutscht? Ziehen dann Kämmerer und Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) 1,4 Millionen Euro aus dem ohnehin überschuldeten Haushalt und beschleunigen den Weg Schwerins in Richtung Zwangsverwaltung? Jene Abgeordneten haben durchaus recht, die davor warnen, dass die jetzige "Insolvenzabwendungserklärung" quasi ein Blanko-Scheck für das Theater ist, so weiter zu machen wie bisher. Auch wenn niemandem - schon gar nicht der Theater-Intendanz - vorgeworfen werden kann, mangelnden Sparwillen zu haben, wird so das Pferd von hinten aufgezäumt. Erst hätte ein Sanierungsplan stehen müssen, dann können Garantien übernommen werden. Und im Fall Mecklenburgisches Staatstheater hat bereits ein Gutachten des Landesrechnungshofes Anfang Dezember den Weg gewiesen: Das Honorar ist explodiert, die Mieten sind zu hinterfragen, die Bühnentechnik ist personell umfangreicher als anderswo... Seither ist wenig Konzeptionelles passiert. Doch Schwerin ist kein Einzelfall. Blanko-Schecks werden auch in Rostock verteilt, wo die Stadt (im Vorwahlkampf) dem Theater bis 2018 eine jährliche Unterstützung von 1,8 Millionen Euro im Gegenzug zum Haustarif zugesichert hat. Und was der Zuschuss des Innenministers von 1,5 Millionen Euro aus dem Kommunalen Aufbaufonds zur Theatersanierung in Wismar bedeutet, erschließt sich schon gar nicht mehr. Da stellt das Koalition die künftige Verteilung der Theaterfinanzen unter den Vorbehalt eines neuen Theater- und Orchesterkonzeptes für das Land - und jeder wurschtelt so weiter wie bisher. Wird schon irgendwie klappen....

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