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Meinung

19. November 2017 | 11:47 Uhr

Aufs falsche Pferd gesetzt?

vom

svz.de von
erstellt am 06.Nov.2007 | 09:32 Uhr

George W. Bush dürfte seine Worte bereuen. Pakistans Präsident Musharraf – der seine Macht auf das Militär stützt – sei ein "Verteidiger der Freiheit", lobte der US-Präsident vor einem Jahr. Heute, angesichts des brutalen Vorgehens gegen Kritiker und Demokratisierungs-Befürworter in Pakistan, klingt das wie
blanker Hohn. Haben die USA also mit dem Kuschel-Kurs gegenüber Musharraf aufs falsche Pferd gesetzt?
Es gibt nur eine Antwort: Washington hatte, um ein Mindestmaß von Einfluss in der Region im Antiterror-Kampf zu gewährleisten, keine andere Wahl. Denn die Wahl lag für Bush nach den Anschlägen vom 11. September stets zwischen dem kleineren und großen Übel: Kooperiert man mit einem "Diktator light", dem es nur um Macht geht?
Oder riskiert man die Machtübernahme des Atomwaffen-Staates durch einen fundamental-islamischen, antiwestlichen Hardliner? Wie wichtig es für die USA ist, ein Minimum an Kooperation mit Pakistan bei der Jagd nach dem Terrornetzwerk El Kaida im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aufrecht zu erhalten, beweist gestrige Selbstmordanschlag. Musharraf hat den Anschein erweckt, am Kampf gegen die Terrororganisation interessiert zu sein - auch wenn es Zweifel gibt, ob Teile seines Geheimdienstes nicht doch mit den Extremisten kooperieren.
Die Optionen des Weißen Hauses gegenüber Pakistan sind deshalb eher beschränkt: Verbale Abmahnungen gegen die Massen-Inhaftierungen, um dem Gefühl der Besorgnis Ausdruck zu verleihen - aber keine fühlbaren Einschnitte bei den Militärhilfen.

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