Alltag im Supermarkt

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27. Januar 2008, 06:22 Uhr

Rasmus BuchsteinerDer Bundestag gibt grünes Licht für das neue Gentechnikrecht. Nach langem Hin und Her wird ein Gesetz auf den Weg gebracht, das viel beim Alten lässt und die Rahmenbedingungen für Anbau und Erforschung von Gen-Pflanzen nur wenig ändert. Agrar- minister Seehofer, der die Gentechnik auf Deutschlands Äckern einst befördern wollte, sieht sich inzwischen eher in der Rolle des Bewahrers, der auf Nummer Sicher gehen will. Angela Merkel, zu Beginn ihrer Kanzlerschaft noch glühende Verfechterin der Grünen Gentechnik, schweigt inzwischen lieber. Die Diskussionslage in der Union hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Die Vorbehalte gegen die Gentechnik kommen ohnenin nicht von ungefähr. Sie bietet den Landwirten bisher weder wirtschaftliche attraktive Saatgut-Alternativen für die flächendeckende Nutzung, noch sind die Bedenken der Verbraucher auch nur im Entferntesten ausgeräumt. Insofern ist es nur konsequent, wenn die Politik Lockerungen auf breiter Front nicht zulässt. Umso wichtiger ist, dass ein Stück mehr Nachvollziehbarkeit und Transparenz geschaffen wird - ob nun Würzmischungen auf Gen-Soja-Basis, Schokolade mit Gen-Mais-Füllung oder das Steak vom mit gentechnisch verändertem Eiweißfutter versorgten Rind. Gen-Food ist bereits Alltag in deutschen Supermärkten, auch wenn das nur den wenigsten Verbrauchern bewusst sein dürfte. Dass es nun erstmals klare Bedingungen für die Kennzeichnung von Milch, Eiern und Fleisch als gentechnikfrei gibt, macht das neue Gesetz zu einem großen Fortschritt für den Konsumenten.

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