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Weihnachtsspendenaktion Der ASB-Wünschewagen von A wie Ablauf bis Z wie Ziele

Von Karin Koslik | 05.12.2022, 20:03 Uhr

Auch wenn wir bereits zum sechsten Mal mit unserer Spendenaktion die Wünschewagen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg unterstützen, kennen viele das Projekt noch nicht. Und manches hat sich auch im Laufe der Zeit geändert. Das Wünschewagen-ABC klärt auf.

A wie Ablauf

So unterschiedlich letzte Wünsche sind, so standardisiert ist doch der Ablauf, wie sie realisiert werden: Geht eine Wunschanfrage ein, muss geklärt werden, ob sie realisierbar ist: Ist das Fahrzeug zum Termin frei und das Ziel erreichbar? Ist der Wünschende transportfähig? Dann geht es an die Organisation – Routenplanung, Ticketkauf, Hotelbuchung etc. -, parallel dazu wird die Einsatzmappe mit allen wichtigen persönlichen und medizinischen Unterlagen gestaltet. Erst danach wird das Team zusammengestellt, das die Fahrt begleitet. Vor dem Start bekommt es noch einmal eine Einweisung. Nach der Rückkehr reinigen und betanken die Ehrenamtler den Wünschewagen, füllen verbrauchte Materialien nach und rechnen eventuelle Ausgaben bei der Projektleitung ab.

Weiterlesen: Nach dem Anruf muss es schnell gehen: So werden letzte Wünsche wahr

B wie Betriebskosten

Wie die Lebenshaltungskosten, so sind auch die Betriebskosten des Wünschewagens zuletzt extrem gestiegen. Tanken, Tickets, Beköstigung... - alles ist teurer geworden. In Mecklenburg-Vorpommern sind 2022 im Wirtschaftsplan pro Monat 7248 Euro an Ausgaben vorgesehen, mit Ausnahme des März reichte aber ein vierstelliger Betrag nie aus. Im September lagen die Betriebskosten sogar bei 19.449 Euro. Aus Brandenburg gibt es keine konkreten Zahlen, auch hier sind die Betriebskosten aber stark gestiegen.

C wie Corona

Im Frühjahr 2020 setzten die ASB-Wünschewagen ihre Fahrten aufgrund der strengen Corona-Auflagen zeitweise aus. Später waren dann nur bestimmte Wünsche wie Konzertbesuche nicht realisierbar. Inzwischen hat sich die Situation weitgehend normalisiert.

D wie Diagnose

Die häufigste Diagnose, mit der Menschen zu Fahrgästen des Wünschewagens werden, ist Krebs.

E wie Ehrenamtler

Ehrenamtler sind die Basis des Wünschewagen-Projektes. Jeder, der eine Fahrt begleitet, tut dies in seiner Freizeit und ohne dafür eine Aufwandsentschädigung zu bekommen. In MV gibt es zurzeit 74 ehrenamtliche Helfer, 68 von ihnen sind bereits geschult worden und also sofort einsetzbar. Der Brandenburger Wünschewagen hat aktuell 63 ehrenamtliche Helfer.

F wie Fahrzeug

Bei den ASB-Wünschewagen handelt es sich um Mercedes-Sprinter, die zu Krankentransportern umgebaut und in einheitlichem Design gestaltet sind. Gewöhnlich gibt es pro Standort ein Fahrzeug, in Mecklenburg-Vorpommern sind es seit kurzem zwei – das zusätzliche wurde aus dem Erlös unserer letzten Leserspendenaktionen finanziert.

G wie Geschwindigkeit

Wie schnell ein Wunsch realisiert werden kann, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Fast immer drängt die Zeit, weil die verbleibende Lebensspanne des Wünschenden sehr begrenzt ist. In Einzelfällen kann ein Wunsch sogar am selben Tag wahr werden, an dem er angemeldet wurde. Als Regelfall gibt das Brandenburger Wünschewagen-Team 10 bis 14 Tage an, die es für die Organisation einer Fahrt braucht. In MV geht es doppelt so schnell.

H wie Handbuch

Der ASB Bundesverband hat ein Handbuch herausgegeben, in dem für alle Wünschewagen gleichermaßen geltende Qualitätsstandards und Vorgaben dokumentiert sind.

I wie Internet

Natürlich ist der Wünschewagen auch im weltweiten Netz präsent. Unter www.wuenschewagen-mv.de bzw. www.asb-lv-bbg.de finden Interessierte unter anderem das Formular für eine Wunschanfrage, Kontaktdaten der Projektverantwortlichen, das Spendenkonto und Berichte über erfüllte Herzenswünsche.

J wie Jugendliche

Nach unten wie nach oben gibt es keine Altersgrenzen für letzte Wünsche. Jugendliche und erst recht Kinder sind nur selten Fahrgäste des Wünschewagens. Für die Ehrenamtler sind solche Fahrten indes ganz besonders herausfordernd, wer sich dem nicht gewachsen fühlt, darf solche Einsätze auch ablehnen.

K wie Kleidung

Einheitliche Shirts, Fleece-, Softshell- und Winterjacken mit dem Wünschewagen-Logo werden sowohl in Brandenburg als auch in Mecklenburg-Vorpommern allen Ehrenamtlern, die Fahrten begleiten, kostenfrei zur Verfügung gestellt.

L wie Liegendtransport

Wer dauerhaft bettlägerig ist, muss auf die Erfüllung eines letzten Wunsches nicht verzichten. Betroffene werden liegend auf einer Spezialtrage transportiert. Auch wenn die Kräfte im Laufe des Tages nachlassen, was bei vielen Wünschefahrten der Fall ist, kann der Gast aus dem bequemen Sitz auf die Liege wechseln. Dank großer, von innen – aber nicht von außen – durchsichtiger Scheiben kann er auch dann noch sehr vieles sehen.

M wie Manager

In MV leitet von Anfang an, seit 2017, Bettina Hartwig das Wünschewagen-Projekt. Unterstützt wird sie seit Oktober von Projektkoordinatorin Melanie Lex. Auch beim ASB-Brandenburg gibt es seit Herbst mit Eva Götze eine neue Wünschewagen-Referentin.

N wie Nacht

Wer im Dunkeln mit dem Wünschewagen unterwegs ist, erlebt etwas ganz Besonderes: An der Decke des Fahrzeugs bilden weiße und blaue Lämpchen einen Sternenhimmel nach.

O wie Offizielle

Jeder Wünschewagen hat sowohl Botschafter, die seine Arbeit nach außen hin bekannter machen, als auch Förderer. Um wen es sich genau handelt, ist auf den Projekt-Websites nachzulesen.

P wie Patientenverfügung

Hat der Fahrgast eine Patientenverfügung, gehört sie unbedingt in die Dokumentenmappe an Bord. Für die Ehrenamtler wird dadurch rechtlich der Rahmen abgesteckt, in dem sie in lebensbedrohlichen Situationen während der Fahrt Hilfe leisten dürfen.

Q wie Quatsch

Natürlich darf im Wünschewagen auch Quatsch gemacht und gelacht werden. Denn die Fahrten sind nicht traurig, im Gegenteil: Viele Gäste genießen die Stunden dort noch einmal völlig unbeschwert.

R wie Rettungssanitäter

Beim Begleiten von Wünschefahrten sind bestimmte medizinische und /oder pflegerische Vorkenntnisse unerlässlich. Das Gros der Ehrenamtler kommt deshalb aus Berufen wie Rettungssanitäter, Krankenschwester oder aus dem Altenpflegebereich. Der Brandenburgische ASB gibt ihren Anteil mit 85 Prozent an.

S wie Standort

Die MV-Wünschewagen sind in der ASB-Rettungswache in Bad Doberan stationiert, dort starten und enden alle Wünschefahrten. Standort des Brandenburger Wünschewagens ist die Rettungswache in Teltow.

T wie Träger

Der Arbeiter-Samariter-Bund, kurz ASB, ist in allen 16 Bundesländern Träger des Wünschewagens. Insgesamt gibt es deutschlandweit 22 Wünschewagenstandorte. Weitere dürften nur mit Zustimmung des ASB-Bundesverbandes eröffnet werden.

U wie Unterricht

Wer Wünschewagenfahrten begleiten möchte, muss zuvor zwingend eine Schulung besuchen – auch dann, wenn er einen medizinischen Beruf erlernt hat.

V wie Verlegungsfahrten

Für viele Menschen ist es ihr letzter Wunsch, die kurze Lebensspanne, die ihnen noch bleibt, in der Nähe von Angehörigen zu verbringen – entweder in deren Haus oder Wohnung oder, wenn der Platz dazu nicht ausreicht, zumindest in einem Hospiz oder einer Pflegeeinrichtung in der Nähe. Auch der Wunsch, in Kliniken oder zu Einrichtungen gebracht zu werden, in denen es Behandlungsalternativen gibt, wird immer wieder geäußert. In den Bundesländern wird in solchen Fällen ganz unterschiedlich verfahren: Während der Wünschewagen in MV derartige Verlegungsfahrten übernimmt, werden sie zum Beispiel in Brandenburg abgelehnt.

W wie WhatsApp

Über den Nachrichtendienst WhatApp erfahren die Ehrenamtlichen, wann Fahrten anstehen und wohin sie führen. Wer eine Fahrt begleiten kann und will, meldet sich ebenfalls per WhatsApp zurück. Details zum Fahrgast und seinen Wunsch erfahren letztlich nur diejenigen, die für den Einsatz ausgewählt werden.

X wie x-beliebig

An x-beliebigen Orten erleben Wünschewagen-Besatzungen immer wieder, dass sie von ihnen wildfremden Menschen auf das Projekt angesprochen werden. Und immer wieder stecken ihnen Unbekannte dann sogar Geldspenden zu: auf Parkplätzen, an Strandzugängen, in Raststätten....

Y wie Yacht

Auf einer Yacht wollte noch kein Fahrgast unterwegs sein, wohl aber gleich mehrere Wochen auf einem Kreuzfahrtschiff. Auch eine Tour über die Route 66 in den USA und eine Evakuierung aus Kiew mussten die Wünschewagen-Verantwortlichen im Nordosten schon ablehnen. Die meisten Wünsche sind indes sehr bescheiden, und die Verantwortlichen setzen alles daran, sie wahr werden zu lassen.

Z wie Ziele

Noch einmal ans Meer: Unter den Wünschen, die Menschen an Ende ihres Lebens noch haben, steht dieser ganz oben. Auch ein letzter Besuch in der alten Heimat wird sehr oft gewünscht.

Mehr Informationen:

Spendenkonten:

ASB-Landesverband MV e.V.

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE82 1002 0500 0001 4951 00

BIC: BFSWDE33BER

ASB-LV Brandenburg e.V.

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE49 100 20 50 0000 3545 401

BIC: BFSWDE33BER

Stichwort „Weihnachtsaktion Wünschewagen“

Benötigen Sie eine Spendenquittung, schreiben Sie bitte Ihren Namen und Ihre Adresse in die Zeilen für den Verwendungszweck.

Wunschanmeldungen:

www.wuenschewagen-mv.de

www.asb-lv-bbg.de/wuenschewagen

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