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Rudolf Gahlbeck Farben hören, Töne sehen

Von zvs | 04.03.2017, 00:00 Uhr

Stiftung Mecklenburg erinnert mit Multitalent Rudolf Gahlbeck an eine Größe in der lokalen Kunstszene

Vielen älteren Schwerinern dürfte Rudolf Gahlbeck als außergewöhnlicher Kunsterzieher noch gut in Erinnerung sein. Er war ein talentierter Pädagoge, der die eigene Begeisterung spielend auf seine Schüler übertrug. Obgleich er selbst in seinen Werken nichts dem Zufall überließ, ermutigte er seine Schüler nicht nur zu genauem Hinsehen, sondern auch dazu, ihrer Fantasie Ausdruck zu verleihen.

Rudolf Gahlbeck selbst, 1895 in Malchow geboren, war als Künstler ein wahres Multitalent. Neben seinem Hauptberuf als Kunsterzieher füllte er seine Freizeit als Maler und Grafiker. Er schrieb Novellen und Gedichte, komponierte Lieder und spielte hingebungsvoll Geige und Klavier. Sein Schüler Dr. Werner Stockfisch (1935 – 2012), der als Kunsthistoriker im Demmler Verlag 1995 die Publikation „Farbenklänge“ über seinen einstigen Lehrer vorlegte, charakterisierte die Malerei Gahlbecks als realistisch-romantisierend. Außerdem beschäftigte sich Rudolf Gahlbeck mit dem Zusammenhang von Farbe und Musik. Er dachte darüber nach, wie sich Töne auf Papier festhalten ließen.

Es entstanden seine Synopsien – eine Anzahl von Aquarellen, deren Inhalt gehörte Musik in Bildern war. Der Begriff Synopsien wurde übrigens auf einem der Farbe-Ton-Forschungskongresse in Hamburg geprägt, an denen Gahlbeck begeistert teilnahm.

Die meisten seiner Synopsien befinden sich, wie viele andere Werke, im Kunstmuseum seines Geburtsortes Malchow. Mehr als zwanzig dieser farbigen Arbeiten auf Papier, ergänzt durch einige weitere Leihgaben, sind jetzt in einer Ausstellung der Stiftung Mecklenburg im Schweriner Schleswig-Holstein-Haus zu sehen.

Die Ausstellung über Rudolf Gahlbeck, der 1972 in Schwerin verstarb, wird heute um 18 Uhr im Beisein der Enkelinnen des Künstlers eröffnet. Die Stiftung Mecklenburg lädt dazu herzlich in das Schleswig-Holstein-Haus ein.

Erstmals können Besucher der Ausstellung auch einen Audioguide nutzen, der es ihnen ermöglicht, zu einzelnen Bildern das passende Musikstück zu hören. Die Ausstellung läuft bis zum 28. Mai.