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Mehr als 200 Neuerkrankungen in MV Zahl der Grippeerkrankungen nimmt zu

Von dpa | 30.01.2019, 12:40 Uhr

Wie das Landesamt am Mittwoch berichtete, wurden seit Anfang Oktober 484 Influenza-Infektionen gemeldet.

Die Grippewelle nimmt Fahrt auf: In der vergangenen Woche wurden dem Landesamt für Gesundheit und Soziales 218 Influenza-Infektionen gemeldet, in der Woche zuvor waren es noch 76 Erkrankungsfälle. Wie das Landesamt am Mittwoch berichtete, wurden seit Anfang Oktober 484 Influenza-Infektionen gemeldet, im gleichen Zeitraum der Saison 2017/18 waren es 396, die Saison davor sogar 928.

Steigerung der Fallzahlen typisch für Ende Januar

Die meisten Influenza-Infektionen wurden mit 97 wie in der Vorwoche aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald gemeldet.

Wie der Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock, Emil Reisinger, sagte, ist die Steigerung der Fallzahlen typisch für Ende Januar. Allerdings lasse sich daraus nicht ableiten, wie sich die Grippewelle weiterentwickelt. Dies hänge neben medizinischen Faktoren unter anderem auch vom Wetter ab.

In der vergangenen schweren Grippesaison waren landesweit rund 11 400 Influenza-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern gezählt worden. Bis April 2018 waren 22 Menschen im Zusammenhang mit einer Grippe-Erkrankung gestorben. Alle gehörten mindestens einer Risikogruppe an. Bundesweit waren vermutlich mehr als 20 000 Menschen durch Grippe gestorben, vor allem Ältere mit Vorerkrankungen.

Grippeimpfung: Die häufigsten Fragen und Antworten

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Grippeimpfung


Für wen wird die saisonale Grippeimpfung empfohlen?


Sie wird vor allem empfohlen für Menschen ab 60 Jahre, für Schwanger ab dem 2. Trimester und Menschen, die eine hohe gesundheitliche Gefährdung haben infolge eines Grundleidens. Auch Personen, die aufgrund ihres Berufes ein erhöhtes Risiko zur Ansteckung haben, sollten sich jährlich impfen lassen.


Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Grippeimpfung?


Die jährliche Influenzawelle hat in Deutschland in den vergangenen Jahren meist nach der Jahreswende begonnen. Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich bereits in den Monaten Oktober oder November impfen zu lassen. Sollte die Impfung in diesen Monaten versäumt werden, kann es selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen. Schließlich ist nie genau vorherzusagen, wie lange eine Influenzawelle andauern wird. In einigen Saisons wurde zum Beispiel nach einer Influenza A-Welle noch eine nachfolgende Influenza B-Welle beobachtet.


Wie wird die Zusammensetzung des Grippe-Impfstoffs bestimmt?


Die saisonale Influenza wird derzeit von A(H1N1)-, A(H3N2)-Viren und zwei Gruppen von Influenza-B-Viren (Victoria- und Yamagata-Linie) verursacht. Von diesen vier Gruppen zirkulieren weltweit verschiedene Varianten. Der saisonale Influenza-Impfstoff enthält Bestandteile der Virus-Varianten, die für die kommende Saison erwartet werden.Referenzlaboratorien auf der ganzen Welt – in Deutschland das am Robert Koch-Institut angesiedelte Nationale Referenzzentrum für Influenza – untersuchen dafür kontinuierlich die zirkulierenden Influenzaviren und übermitteln ihre Ergebnisse an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auf Grundlage dieser Daten legt die WHO die Zusammensetzung für den Impfstoff jedes Jahr aufs Neue fest.


Wie ist der diesjährige Grippe-Impfstoff zusammengesetzt?


Die WHO empfiehlt für die Saison 2018/19 eine gegenüber der Saison 2017/18 veränderte Zusammensetzung der Influenzaimpfstoffe hinsichtlich der A(H3N2)- und der B-Victoria-Komponente. Trivalente Influenzaimpfstoffe sollen Antigene folgender Influenzaviren enthalten:A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm 09-ähnlicher StammA/Singapore/INFIMH-16-0019/2016 (H3N2)-ähnlicher StammB/Colorado/06/2017-ähnlicher Stamm (Victoria-Linie)Für quadrivalente Impfstoffe: zusätzlich eine Variante von B/Phuket/3073/2013-ähnlicher Stamm (Yamagata-Linie)


Warum sollten sich ältere Menschen unbedingt gegen Grippe impfen lassen?


Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, dass eine Influenza-Erkrankung bei ihnen einen schweren Verlauf nimmt, zu Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Herzinfarkt führt oder sogar tödlich verläuft.Ältere Menschen haben zwar oft eine reduzierte Immunantwort, sodass die Impfung bei ihnen weniger zuverlässig wirkt. Dennoch können auch ältere Menschen ihr Risiko, an einer Influenza zu erkranken, im Mittel durch die Impfung in etwa halbieren.Zudem wurde in zahlreichen Studien gezeigt, dass eine Influenzaerkrankung bei geimpften Personen milder, also mit weniger Komplikationen verläuft als bei Ungeimpften.


Warum wird gesunden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine Impfung gegen Grippe nicht ausdrücklich empfohlen?


Eine Erkrankung an Grippe in diesen Bevölkerungs­gruppen verläuft in der Regel ohne schwer­wiegende Komplikationen.


Wie viele Menschen lassen sich gegen die saisonale Grippe impfen?


Insgesamt sind die Impf­quoten in den empfohlenen Zielgruppen in Deutschland weiterhin zu niedrig. Dies gilt im besonderen Maße für medizinisches Personal und Schwangere. Ziel­vorgaben der Europäischen Union, wonach schon bis 2015 eine Impfquote von 75% bei älteren Personen vorgesehen war, werden in Deutschland bisher nicht annähernd erreicht.Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen zeigen, dass sich in der Saison 2016/17 nur knapp 35% der Personen ab 60 Jahre impfen ließen. In den Saisons 2008/09 und 2009/10 war in Deutschland noch knapp die Hälfte aller Menschen dieser Alters­gruppe gegen Influenza geimpft.Nach einer in 2012 bis 2014 durchgeführten Studie lag der Anteil geimpfter Frauen, die während der Influenzasaison im Winter schwanger waren, bei 11%.In einer 2010 durchgeführten Studie unter niedergelassenen Ärzten sagten 61%, dass sie sich regelmäßig gegen saisonale Influenza impfen lassen.


Kann ich auf die Grippeimpfung verzichten, wenn ich letzte Saison eine Impfung bekommen habe?


Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät grundsätzlich, dass alle Personen, für die eine Influenzaimpfung empfohlen wird, sich jedes Jahr im Herbst impfen lassen sollten. In der Regel wird die Antigen-Zusammensetzung der Impfstoffe jährlich an die veränderten Eigen­schaften der zirkulierenden Influenzaviren angepasst. Deshalb bieten nur die Impfstoffe für die jeweils aktuelle Saison den bestmöglichen Schutz.


Kann man trotz einer Grippeimpfung Viren auf andere Menschen übertragen und diese somit anstecken?


Bei den in Deutschland verwendeten Influenza­impfstoffen handelt es sich um Totimpf­stoffe. Eine Ausnahme bildet der für Kinder und Jugendliche zugelassene Lebendimpfstoff, der abgeschwächte Viren enthält.Durch die Impfung mit einem Totimpfstoff wird weder die Krankheit hervorgerufen, noch können Impfviren an Dritte weitergegeben werden. Bei der Impfung mit einem Lebendvirusimpfstoff sind entsprechend den Hinweisen in der Fach­information gewisse Vorsichts­maßnahmen zu berücksichtigen. Hier besteht in einem Zeitraum von ein bis zwei Wochen nach Impfung die Gefahr der Virus-Übertragung auf stark immun­geschwächte Personen. Deshalb sollte der/die Geimpfte engen Kontakt zu Personen meiden, die sich z.B. nach einer Knochenmark­transplantation noch in Isolation befinden.


Kann es trotz Grippeimpfung zu einer Erkrankung kommen?


Keine Impfung bietet einen 100%igen Schutz, deshalb kann es auch nach einer Grippeschutzimpfung zu einer Influenza-Erkrankung kommen.


Welche Nebenwirkungen sind nach der Grippeimpfung zu erwarten?


Der saisonale Influenza­impfstoff ist in der Regel gut verträglich. In Folge der natürlichen Auseinander­setzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es bei der Impfung vorübergehend zu Lokalreaktionen (leichte Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Impfstelle) kommen.Der Lebendimpfstoff (LAIV, Nasenspray) aus abgeschwächten Influenzaviren kann eine verstopfte oder laufende Nase auslösen. Unabhängig vom Impfstoff treten gelegentlich vorübergehend Allgemeinsymptome wie bei einer Erkältung auf (Fieber, Frösteln oder Schwitzen, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen). In der Regel klingen diese Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Tagen folgenlos wieder ab.


Wer darf nicht gegen Grippe geimpft werden?


Wer an einer fieberhaften Erkrankung (≥38,5 °C) oder schwereren akuten Infektion leidet, sollte zu diesem Zeit­punkt nicht geimpft werden. Die Impfung sollte aber so bald wie möglich nach­ge­holt werden.Bei Personen mit einer schweren Allergie gegen Hühner­ei­weiß oder gegen einen anderen Bestand­teil des Impf­stoffs sollte die Möglich­keit einer Impfung gegen Influenza mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.