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Schwerin Wunderbar wohnen in Waisengärten

Von Juliane Haendschke | 10.11.2012, 11:35 Uhr

Große Nachfrage beflügelt Schweriner Projektplaner: In den verwilderten Waisengärten sollen im Frühjahr Baumaschinen die Idylle stören. Doch der weiche Untergrund könnte dem Bauträger Probleme bereiten.

Dort wo sich heute verwilderte Kleingärten bis an den Schweriner See erstrecken, sollen im Frühjahr Baumaschinen die Idylle stören. Noch halten Schafe und Ziegen das Gras auf dem acht Hektar großen Areal kurz. In einigen Monaten sollen bis zu 350 Wohnungen aus dem Boden der Waisengärten gestampft werden (wir berichteten). "Es ist ein Baugebiet", sagte Robert Erdmann, Chef der Entwicklungsgesellschaft Schwerin (EGS) vor wenigen Wochen noch ganz nüchtern. Bislang nur auf dem Papier. Allerdings steht auf einem anderen Blatt mittlerweile eine lange Liste von Interessenten. "Wir haben 267 Fragebögen von potenziellen neuen Bewohnern ausgewertet", sagt Erdmann.

Die Nachfrage belegt die Attraktivität des Baugebietes, um das in der Vergangenheit ein Streit entbrannt war. Auf der einen Seite wollen mehrere Schweriner die Waisengärten erhalten. "Vor zwei Jahren haben Stadt und Land gegen den Widerstand von Naturschutz, Anwohnern und Kleingärtnern das ambitionierte Bauprojekt beschlossen", schrieb Dieter Schwarz aufgebracht in einem Brief an unsere Redaktion. Und Schwerin setzte sich wirklich durch: Das idyllische und zentral gelegene Areal wurde zum Baugebiet erklärt. Das Projekt Waisengärten passt nahezu perfekt in das städtische Konzept des "Wohnens am Wasser" hinein.

Die vielen Interessenten schienen die Bauverantwortlichen der Stadt nur zu beflügeln. Die Nachfrage stellte die Erwartungen so sehr in den Schatten, dass die Stadt die Baupläne für das ehemalige Polizeigelände in der Werdervorstadt erst einmal auf Eis legte und die Beplanung der Waisengärten beschleunigte. "Der Markt für hochwertiges Wohnen ist in Schwerin generell deutlich im Aufwind", sagt Ulrich Frisch, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Landeshauptstadt. Neu, barrierefrei und pflegeleicht - das Wohngebiet am Ziegelinnensee belegt den Trend. Auch hier waren die hochwertigen Wohnungen am Wasser schnell vergriffen. Die Durchschnittsgröße von neuen Eigentumswohnungen liegt dort bei rund 120 Quadratmeter. Doch so positiv wie das Projekt Waisengärten auch anläuft, im Frühjahr warten weitere Schwierigkeiten auf die Bauherren. Experten schätzen den Baugrund aufgrund der Wassernähe als schwierig ein. Sie bemängeln vor allem, dass bislang zu wenige Untersuchungen stattgefunden haben. Ihre ärgsten Befürchtungen sind, dass die Neubauten auf dem weichen Untergrund absacken. Mittlerweile interessieren sich drei Investoren für die Waisengärten. Den aktuellen Planungsstand können Interessenten im Internet auf www.waisen gaerten.de verfolgen.