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Vermisstenfall Monika Frischholz Vergrabener VW Käfer liefert mögliche Hinweise

Von dpa, lod und jkk | 09.04.2019, 14:49 Uhr

Die damals zwölfjährige Monika Frischholz hatte am 25. Mai 1976 ihr Elternhaus verlassen und verschwand spurlos.

Bei Grabungen nach einem möglichen Ablageort eines vermutlich vor Jahrzehnten getöteten Mädchens in der Oberpfalz sind die Ermittler auf ein Auto gestoßen. Das Fahrzeug, ein VW Käfer, liefere unter Umständen relevante Informationen für den Fall, sagte ein Polizeisprecher am Montagnachmittag. Details nannte er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Die damals zwölfjährige Monika Frischholz war vor beinahe 43 Jahren verschwunden. Am 25. Mai 1976 hatte die damals Zwölfjährige zu Fuß ihr Elternhaus verlassen. An einer Abzweigung des Weges verliert sich mangels Zeugen ihre Spur. Die Polizei vermutet, dass Monika ermordet wurde.

Fest steht jedenfalls: Das gefundene Fahrzeug fuhr bereits auf den Straßen, als die Zwölfjährige verschwunden ist - es handelt also kein jüngeres Käfermodell, das erst nach 1976 gebaut wurde. Experten schätzen, dass es der Käfer etwa Mitte der 1960er-Jahre vom Band lief. Das genaue Baujahr lässt sich anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) ermitteln.

Der Fundort des Wagens liege direkt an einem Forst, südlich von Flossenbürg – der Grenze zu Tschechien. Stück für Stück hätten mehr als 20 Einsatzkräfte am Montagnachmittag mit Schubkarren, Schaufeln und Händen das Fahrzeug freigelegt. Demnach sind auch Bäume gefällt worden, um das Auto aus der Grube heben zu können. Ob der Fund tatsächlich im Zusammenhang mit dem vermissten Mädchen steht, sollen weitere Untersuchen am Wagen und der Grube zeigen.

Am Fundort eines vergrabenen Autos ging die Suche nach der Leiche auch Dienstagmorgen weiter. Der Bürgermeister der oberpfälzischen Gemeinde hofft, dass der Fall aufgeklärt wird. Die Diskussionen um das Verschwinden der Zwölfjährigen hätten in dem Ort nie geendet, sagte Thomas Meiler (CSU) am Dienstag.

Hinweise zu möglichem Ablageort der Leiche

Im Dezember 2018 richtete die Kriminalpolizei die Ermittlungsgruppe "Froschau" ein, die den Fall neu aufrollt. Mit Hilfe von Hinweisen aus der Bevölkerung ermittelten die Kriminalbeamten einen Ort südlich von Flossenbürg im Landkreis Neustadt an der Waldnaab, an dem die vermisste Schülerin vergraben sein könnte.

Ob und inwieweit die forensischen Grabungen menschliche Überreste oder Beweismittel zutage fördert, sei laut Polizei noch offen.

Das Bayerische Landeskriminalamt hat 10.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung der Tat führen.