Ein Angebot des medienhaus nord

Übersicht Winterzeit: Schnell anpassen

Von Redaktion svz.de | 24.10.2009, 03:19 Uhr

Mit ein paar Tricks den Übergang ohne Beschwerden schaffen<br></br>Am Sonntagmorgen ist es wieder soweit: Die Uhren werden von der Sommer- auf die Normal- bzw. Winterzeit gestellt. Viele Menschen haben in den Tagen danach Probleme, weil sich ihr Biorhythmus noch nicht angepasst hat. Doch man kann einiges tun, um gut über den Wechsel hinwegzukommen.<br></br>

An diesem Wochenende werden die Uhren in Deutschland schon zum 30. Mal von Sommer- auf Winterzeit gedreht. Trotzdem sind viele unsicher, in welche Richtung die Zeiger wandern müssen. Deshalb gleich vorweg: Die Uhren werden in der Nacht zu Sonntag um eine Stunde zurückgedreht. Von 2.59 Uhr springen oder laufen die Zeiger auf 2.00 Uhr. Wir können also eine Stunde länger im Bett bleiben. Und für die, die jedes Frühjahr und jeden Herbst mit verzweifeltem Blick vor ihrem Wecker stehen, ein kleiner Tipp: Die Uhr zieht es immer Richtung Sommer – im Frühling wird sie deshalb vorgestellt, im Herbst zurück.
Frauen und Ältere stärker betroffen
So leicht wie die Uhren hat es der menschliche Biorhythmus nicht. Viele Menschen leiden deshalb an den Tagen danach unter Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche oder Gereiztheit. Betroffen sind davon vor allem Ältere und Frauen. Die gute Nachricht: Im Herbst fällt die Umstellung dem Körper leichter als im Frühjahr. Abgesehen davon kann man einiges tun, um ihn zu unterstützen.
„Gewohnheitsmenschen sollten sich möglichst schnell und strikt an die neue Winterzeit anpassen“, rät Prof. Jürgen Zulley, Schlafmediziner am Universitätsklinikum Regensburg. „Dann haben sie sich in der Regel nach einem Tag schon auf den neuen Alltagsrhythmus eingestellt.“ Mögliche Hürden seien Hunger und Müdigkeit, die noch an den alten Rhythmus angepasst sind und sich in den nächsten Tagen eventuell eine Stunde zu früh einstellen. Menschen, denen die Umstellung nicht sofort gelingt, empfiehlt Zulley eine Änderung im Halbstundentakt.
Dass sich der Biorhythmus besser auf die Winterzeit umstellt als auf die Sommerzeit, hat einen Grund: Es ist der relativ frühere Sonnenaufgang. „Morgens brauchen wir Licht, um wach zu werden“, erklärt Jürgen Zulley. In der Winterzeit – oder richtiger der Normalzeit – ist der menschliche Alltag besser an den Sonnenstand angepasst: Für die innere Uhr sei ein heller Morgen nämlich wichtiger als ein heller Abend. „Wenn wir im Dunkeln zur Arbeit gehen, fehlt uns ein wichtiges Signal“, erklärt der Schlafmediziner.
Nicht krampfhaft im Bett bleiben
Wer morgens zu früh wach wird und nicht wieder einschlafen kann, sollte sich nicht lang hin- und herwälzen, sondern aufstehen. „Die Zeit sollte lieber genutzt werden für einen Morgenlauf oder ein gutes Buch“, rät DAK-Ärztin Waltraud Pfarrer.
Wer am Abend Schwierigkeiten hat, in den Schlaf zu kommen, sollte auf ein opulentes Mahl und koffeinhaltige Getränke verzichten und in den ersten Tagen generell leichte Speisen bevorzugen. Hilfreich ist auch viel Bewegung am Tag – das macht müde.
Besondere Aufmerksamkeit ist im Straßenverkehr gefragt. Mit der Zeitumstellung steigt die Unfallgefahr. Die Gefahr, in den Wintermonaten bei Dunkelheit in einen Unfall verwickelt zu werden, ist viermal so hoch wie im Sommer. Das teilte der Auto Club Europa unter Berufung auf den Deutschen Verkehrssicherheitsrat mit. Demnach liegt der Anteil der Nachtunfälle in den Sommermonaten bei zwölf Prozent, im Dezember bei über 50 Prozent.
Wie die Menschen brauchen auch deren Haustiere ein paar Tage, um sich auf die neue Zeit einzustellen. Ein Hund wird morgens wie gewohnt ins Freie drängen – nur dass die Uhr eine Stunde früher anzeigt. Den Spaziergang kann man nach und nach um eine Stunde verschieben.