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Windenergie bringt Schiffbau 18 Milliarden Euro Umsatz bis 2020 Windkraft auf See sichert 6000 Werft-Jobs

Von Thomas Schwandt | 27.05.2011, 10:33 Uhr

Die Offshore Windenergie eröffnet dem krisengeplagten Schiffbau neue Chancen. Was bisher hoffnungsvoll, aber vage formuliert wurde, ist jetzt mit prognostizierten Fakten unterlegt worden.

Die Offshore Windenergie eröffnet dem krisengeplagten Schiffbau neue Chancen. Was bisher in der Branche hoffnungsvoll, aber vage formuliert wurde, ist jetzt zum ersten Mal mit prognostizierten Fakten unterlegt worden. Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) veröffentlicht heute eine Studie zum Ausbau der Offshore Windenergie und den möglichen wirtschaftlichen Effekten für die Werftindustrie.

Die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG erarbeitete Studie kommt zum Ergebnis, dass die Schiffbaubranche bis 2020 im Markt von Offshore Windenergie bis zu 18 Milliarden Euro Umsatz generieren kann. Mit dem Bau von Spezialschiffen und komplexen Offshore-Konstruktionen, wie es in der Studie heißt. Dadurch könnten bis zu 6000 Arbeitsplätze von den derzeit 18 300 Jobs langfristig gesichert werden.

Mit diesem neuen Marktsegment erhalte die Werftindustrie ein neues Betätigungsfeld, "um an dem für die Zukunft so wichtigen Bereich der erneuerbaren Energien mitzuwirken", kommentiert Werner Lundt, Hauptgeschäftsführer des VSM, das Ergebnis der KPMG-Studie. Der deutsche Schiffbau erzielte 2010 einen Umsatz von 4,7 Milliarden Euro. Davon entfiel auf die Seewerften in Mecklenburg-Vorpommern ein Volumen von insgesamt 703 Millionen Euro.

Offshore Windenergie steckt auf deutschen Werften noch in den Anfängen. In den nächsten Jahren dürfte dieses Segment jedoch zu einer tragenden Säule für die Betriebe werden. Denn "aufgrund des weltweiten Nachfragerückgangs bei Standardschiffen drängen die großen Werften aus Fernost mit Dumping-Angeboten für Spezialschiffe in Nischenmärkte", umreißt Lundt die Marktentwicklung im internationalen Schiffbau.

Um die aufgezeigten Potenziale bei Offshore Windenergie nutzen zu können, müssten die deutschen Werften sich stärker um Aufträge aus diesem Sektor bemühen sowie "entsprechende Strategien formulieren und den Vertrieb forcieren", ergänzt KPMG-Manager Karsten Schulze.

Die Werften in MV sind nach der schweren Krise auf dem Weg, sich im Spezialschiffbau und im Offshore-Bereich neu auszurichten. Auf den Werften von Nordic Yards ist in diesem Monat mit dem Bau von zwei Offshore-Konverterplattformen für Siemens Energy begonnen worden. Die P+S-Werften in Stralsund und Wolgast konnten u. a. einen Großauftrag zum Bau eines Schwerlastschiffes für den Offshore-Bereich melden.