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Hintergrund Wie kommt der Mondfisch in die Ostsee?

Von urei | 07.01.2020, 18:16 Uhr

Ein Mondfisch am Poeler Strand – der Fund kurz vor Weihnachten hat Seltenheitswert.

Seit 1860 wurden erst 23 solcher Tiere in der deutschen Ostsee gefunden. Heimisch sind sie eigentlich im Atlantik und dem Mittelmeer. Ein jetzt auf Poel gefundenes Tier war ein kleines Exemplar – wie alle seine Vorgänger. Mehr als 100 Zentimeter maß keiner von ihnen, die meisten sogar nur die Hälfte. Mondfische können in Ausnahmefällen sogar bis zu drei Meter lang und mehr als zwei Tonnen schwer werden. Eine Spur für die Wissenschaft? Ist die Größe der Tiere für die Wanderung in die Ostsee verantwortlich?

Der Bereichsleiter Wissenschaft am Meeresmuseum Stralsund, Timo Moritz, hat dazu in einer Fachzeitschrift gerade eine neue Theorie aufgestellt. Mit durchschnittlich 59,3 Zentimeter Länge seien die hier gefundenen Tiere, auf die maximale Körperlänge der Art bezogen, eher klein. Kleinere Mondfische aber hielten sich oft küstennah auf. Somit könnten kleinere Exemplare durch die Belte (dänische Meeresenge – Anm. d. Red.) in die Ostsee gelangen. „Die übliche Erklärung, dass Mondfische durch größere Salzwassereinbrüche in die Ostsee geschwemmt werden, passt nur auf einen Teil der Nachweise“, schreibt Moritz.