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Gefährlicher Virus West-Nil-Virus auch bei Amsel in MV nachgewiesen

Von Frank Pfaff | 27.09.2018, 15:57 Uhr

Anfang September waren in Mecklenburg-Vorpommern erstmals tote Amseln gefunden worden, die mit dem Usutu-Virus infiziert waren. Nun gibt es im Nordosten den ersten Fall einer West-Nil-Virus-Infektion.

Vier Wochen nach dem bundesweit ersten Befund bei einem Bartkauz in Halle (Saale) ist das West-Nil-Virus auch bei einer toten Amsel aus dem Landkreis Rostock festgestellt worden. Das sei der erste Infektionsnachweis in Mecklenburg-Vorpommern, teilte das Umwelt- und Agrarministerium in Schwerin am Donnerstag mit. Vögel gelten als wichtigster Wirt des Virus, das durch Mückenstiche auch auf Pferde oder Menschen übertragen werden kann.

Zunächst sei davon ausgegangen worden, dass die Amsel an dem schon längere Zeit in Deutschland kursierenden Usutu-Virus erkrankt und verendet war. Genauere Untersuchungen im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems hätten jedoch ergeben, dass es sich um eine West-Nil-Virus-Infektion handelt.

Nach Angaben des Instituts waren seit dem Sommer deutschlandweit vermehrt tote Wildvögel gefunden worden, die meist am Usutu-Virus verendeten. Das ursprünglich aus Afrika stammende West-Nil-Virus ist eng verwandt mit diesem Erreger. Wildvogel-Proben, die an das Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus-Infektionen am FLI geschickt werden, werden stets auf beide Viren untersucht.

Um die Infektionskette nachvollziehen zu können, prüfen die Fachleute, ob blutsaugende Stechmücken in der jeweiligen Umgebung der toten Vögel das Virus in sich tragen. Die Infektion mit dem West-Nil-Virus bei Vogel oder Pferd ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die jedoch keine tierseuchenrechtlichen Bekämpfungsmaßnahmen nach sich zieht.

Bei Vögeln bleibe eine Infektion mit dem West-Nil-Virus (WNF) meist symptomlos, erläuterte das Institut. Eine Reihe von Vogelarten sei jedoch empfänglich für den Erreger, so dass es zu massiven Epidemien mit Todesfällen kommen könne. Beim Menschen verlaufe eine WNV-Infektion in etwa 80 Prozent der Fälle symptomlos, ansonsten gebe es meist leichte, grippeähnliche Anzeichen.