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Rekordjagd in MV Wer ist der Größte im ganzen Land?

Von KLIK | 26.02.2014, 11:50 Uhr

Die „Ostseewelle“ war einen Monat lang auf Rekordjagd in MV unterwegs. Wismarer Michael Hayn misst 2,215 Meter

Nach Michael Hayn muss man sich ganz einfach umdrehen – und selbst wenn man sich das erst nach einigen Metern traut, entdeckt man den 40-Jährigen immer noch: Der Wismarer misst 2,215 Meter und ist damit der längste Mann in Mecklenburg-Vorpommern. Ermittelt hat das die „Ostseewelle“. Bereits zum zweiten Mal hat der private Radiosender Hörerinnen und Hörer aufgerufen, bislang noch unbekannte Landesrekorde aufzuspüren. In der ersten Runde der Rekordjagd vor genau einem Jahr wurde Karl-Heinz aus Pasewalk als der Vater im Land mit den meisten Kindern – elf Mädchen und acht Jungen – ermittelt. Ita aus Schwaan war mit 550 Paaren die Frau, die die meisten Schuhe besaß. Und Anna aus Neustrelitz hatte mit sieben Vornamen so viele wie niemand sonst im Land.

Seit Anfang Februar sucht das Moderatorenteam von „Guten Morgen“, Andrea Sparmann und Julian Kraffzig, nun erneut bis zum Monatsende Rekordhalter aus dem Land: den größten Hund, den längsten Nachnamen, die kürzeste Ehe, Meldungen werden immer montags, mittwochs und freitags ab 7.10 Uhr bis jeweils 7.10 Uhr am Folgetag entgegengenommen. Am Montag lautete die Frage: Wer ist die größte Frau und wer ist der größte Mann bei uns im Land? „Meine Assistentin, die das im Radio gehört hatte, hat mich darauf aufmerksam gemacht“, erzählt Michael Hayn, der gestern früh als Sieger geehrt wurde.

Dass er bei diesem Wettbewerb gute Chancen hatte, war ihm von vornherein klar. Denn Michael Hayn war schon als Kind immer der Größte. Beim Basketball wurde er in der Schule immer als erster gewählt – später spielte er sogar in der Basketball- Bundesliga. Von 1993 bis 1998 studierte der großgewachsene Mann in Hannover Rechtswissenschaften, heute ist er als Fachanwalt für Straf- und Verkehrsrecht in Wismar tätig. „Körperliche Präsenz ist im Gerichtssaal durchaus von Vorteil“, frotzelt Hayn mit Blick auf seine Größe. Unlängst sei er als Verteidiger in Leipzig am Gericht gewesen, „da haben mich die Leute in meiner Robe mit ihren Handys fotografiert und die Bilder in der Kantine rumgezeigt.“ Auch das nimmt der Riese aus Wismar mit Humor: „Sowas lockert doch die Stimmung auf.“

Dennoch bringt seine Körpergröße ihm gerade im Zusammenhang mit seinem Beruf auch manchen Nachteil. „Es ist ja eine überwiegend sitzende Tätigkeit – und stundenlang auf den 0-8-15-Stühlen im Gericht zu sitzen, das geht schon ordentlich auf den Rücken.“ Auch längere Autofahrten würden für ihn wie für andere großgewachsene Menschen zur Tortur.

In der Kanzlei dagegen ist alles auf die Bedürfnisse des 2,21-Meter-Mannes eingestellt. „Es ist ein Altbau, da sind die Türen drei Meter hoch“, erklärt Hayn. Mit Standard-Türen dagegen habe er so seine Probleme: „Das sind die einzigen Momente , wo ich gebückt durchs Leben gehe.“

Weniger Probleme, als ein Außenstehender annimmt, macht dagegen die Beschaffung passender Kleidung – auch wenn ein Zwei-Meter-Mann natürlich nicht von der Stange kaufen kann. „Im Beruf trage ich sowieso maßgeschneiderte Anzüge und Hemden“, erzählt Michael Hayn. Ansonsten kaufe er in Spezialgeschäften in Berlin und Hamburg oder ganz einfach im Internet ein. „Das klappt problemlos.“

Schwierig, das heißt genau genommen unmöglich ist es für Michael Hayn dagegen, privat einmal abzutauchen. Egal, wo er ist, drehen sich wildfremde Menschen nach ihm um – erst recht, wenn er mit seiner Freundin Aida unterwegs ist. Sie misst nämlich gerade einmal 1,56 Meter. „Meine Tochter Frederike, die jetzt zehn ist, ist schon größer als meine Freundin“, erzählt Hayn schmunzelnd. Seine Freundin trägt das mit Fassung: „Die Größe liegt ja bekanntlich nicht unbedingt in der Länge“, meint sie. „Obwohl das bei meinen Freund auch nicht zutrifft.
Der ist nämlich ziemlich großartig.“

„Die Aktion macht uns allen hier einen Riesen-Spaß, weil es immer wieder verblüffend ist, was am Ende rauskommt – und weil das Rennen auch oft ganz lange offen bleibt“, erzählt Ostseewelle-Geschäftsführer Tino Sperke. Für ihn am überraschendsten war die Resonanz auf die Frage nach der kürzesten Ehe. „Da hatten wir eigentlich damit gerechnet, dass das etwas zäh wird – aber das Gegenteil war der Fall. Wir hatten allein zwischen 20 und 30 Leute, die sich gemeldet haben und erzählten, dass sie nur ein halbes Jahr lang verheiratet waren.“ Auch bei der Suche nach der längsten Nase ging es spannender zu als anfangs gedacht: Bis zuletzt lieferten sich ein Stralsunder und ein Rostocker ein Kopf-an-Kopf-Rennen. „Übrigens verschätzt man sich bei der Nasenlänge total“, verrät Tino Sperke. „Das sollte jeder mal selbst ausprobieren.“

Wonach am Freitag, in der letzten Runde der aktuellen Rekordjagd, gesucht wird, steht noch nicht fest, versichert Tino Sperke. Heute geht es um den ältesten Familienbetrieb im Land. Vielleicht kennen Sie ihn?