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Heike Rehbock aus Grabow Wenn es regnet, staut sich der Frust

Von Thorsten Meier | 06.09.2011, 10:40 Uhr

Regenfälle wie gestern morgen stürzen Heike Rehbock jedes Mal in schiere Verzweifelung. Ohnmächtig muss sie mit ansehen, wie das Wasser sich ungehindert seinen Weg sucht.<br></br>

Wolkenbruchartige Regenfälle wie gestern morgen stürzen Heike Rehbock jedes Mal in schiere Verzweifelung. Ohnmächtig muss sie mit ansehen, wie das Wasser sich ungehindert seinen Weg sucht.

"Die Gullys laufen hier voll und über. Im kleinen Graben an den Birken hinter dem Trafo-Häuschen steht das Regenwasser und nicht selten läuft es auf die Grundstücke", beklagt die 54-Jährige, die seit über drei Jahrzehnten in der Trotzenburg lebt. Und das sehr gern, wie sie mehrfach versichert.

Vor etwa fünf Jahren seien die Anwohner in diesem Teil der Stadt von ihren Kleinkläranlagen abgehängt und an das zentrale Abwassernetz angeschlossen worden. "Damals hätte man das Problem doch gleich mit beseitigen können, als alle Straßen vor unseren Türen aufgerissen waren", meint die Grabowerin, die in den letzten Jahren über dieses Ärgernis schon mehrfach mit der Stadt und dem Bauhof telefoniert habe. "Es gibt weder Gesprächs- noch Handlungsbedarf, wurde mir immer wieder gesagt. Das hat mich ganz schön wütend gemacht. Wir fühlen uns hier mit diesen Schwierigkeiten echt allein gelassen. Man traut sich gar nicht, mal für ein paar Tage wegzufahren, weil man sofort Angst hat, dass zu Hause wieder alles unter Wasser steht", berichtet die Eldestädterin und zeigt auf den Straßeverlauf vor ihrem Grundstück. "Von dort kommt das Wasser wegen des Gefälles angerauscht. Und vom Berg hier gegenüber ebenfalls. Wenn das Abflussrohr des Überlaufgrabens dicht ist, steht der tagelang voll."

Peter Neumann, Bauamtsleiter der Stadt Grabow, kennt und versteht die Sorgen der Anwohner. Nach den gestrigen Niederschlägen hat er sich am Grünen Steig und in der Trotzenburg selbst ein Bild gemacht. "Der Graben war dreiviertelvoll, also läuft das überschüssige Wasser nach dort ordnungsgemäß ab. Sicher, es ist nicht die optimalste Lösung. Aber sie ist zu DDR-Zeiten als ein autarkes System offenbar in Eigeninitiative gebaut worden. Wir als Stadt erwägen zur Zeit keine Änderung. Hier ist nichts Neues geplant", bedauert Neumann.