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Arbeitsbereich „Elektrorecycling“ der Güstrower Werkstätten Wenn der Fernseher ausgedient hat

Von Steffi Dörries | 23.12.2010, 09:32 Uhr

Elektrogeräte sind aus dem Haushalt nicht mehr wegzudenken. Waschmaschinen und Computer erleichtern die tägliche Arbeit. Was aber, wenn diese ausgedient haben?

Für die wenigsten Geräte lohnt sich eine Reparatur, da die Kosten häufig den Einkaufspreis übersteigen. Die Geschenkidee zu Weihnachten wäre auch dahin. Zudem hat eine neue Generation an Geräten längst Einzug in die Regale der Elektromärkte gehalten.

Es bleibt also nur noch die Entsorgung. Die normale Haushaltsmülltonne ist dafür ungeeignet. Spezielle Tonnen für Elektroschrott gibt es nicht. Die beste Möglichkeit ist es, das ausgediente Gerät zum Wertstoffhof zu bringen. Diese kommunalen Sammelstellen gibt es in den meisten Städten des Landes. Sie kümmern sich um die fach- und umweltgerechte Entsorgung. Im Landkreis Güstrow kommen die Geräte vom Wertstoffhof auf direktem Wege zu der Güs trower Werkstätten GmbH. Im Arbeitsbereich "Elektrorecycling" der Werkstatt in Glasewitzer Burg kümmern sich zwölf Mitarbeiter um das Wiegen, Zählen und Zerlegen der Geräte und das bereits seit fast 16 Jahren.

Die Mitarbeiter sind Menschen mit Behinderung, welche sich auf den Bereich Elektrorecycling spezialisiert haben. In der beruflichen Bildung werden Interesse, Eignung und Fähigkeit geprüft. Jeder Bewerber absolviert vorher Praktika in den Arbeitsbereichen der Güstrower Werkstätten GmbH, bis eine geeignete Arbeitsstelle gefunden ist. Die Tätigkeiten sind weitestgehend an die Bedingungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt angelehnt und es besteht die Möglichkeit, innerhalb der Werkstätten zu wechseln.

Das kam für Mitarbeiter Harry Naundorf bisher noch nicht in Frage. Er gehört seit 15 Jahren zum Team des Elek trorecyclings und es macht ihm sichtlich Spaß. Jeder Mitarbeiter hat seinen eigenen Arbeitsbereich. Angefangen beim Wiegen und Zählen, über die Belüftungskabine, wo der Druck aus den Bildröhren gelassen wird und Schadstoffe abgesaugt werden, bis zum Zerlegen der Elektrogeräte in Einzelteile. Danach werden diese zur weiteren Entsorgung in Recyclingbetriebe nach Hamburg gebracht. Im vergangenen Jahr konnten auf diese Weise mehr als 250 Tonnen Elektrogeräte wie Fernseher, Radios, Drucker, Telefone und Waschmaschinen entsorgt werden. Und es werden jährlich mehr. Im Hof der Werkstätten in Glasewitzer Burg stapeln sich die Geräte.

Und das geschehe ordnungsgemäß, so Ute Marquardt, in der GmbH für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. "Unser Betrieb wird regelmäßig vom Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt überprüft und ist als Entsorgungsfachbetrieb vom Tüv zertifiziert. Dabei wurde die Lagerung noch nie kritisiert, ist somit also in Ordnung. In der zweiten Januarwoche folgt die nächste Überprüfung", erklärt Ute Marquardt. SVZ-Leser hatten nachgefragt, ob die Lagerung ordnungsgemäß erfolgt.

Dieses Recycling ist notwendig und lohnenswert, da diese kostbare Rohstoffe enthalten. Ein wahrer Wertstoffcocktail aus Kupfer, Gold, Palladium und seltenen Erden wie Yttrium und Terbium befindet sich in ihnen. Einmal fachgerecht recycelt, können die wertvollen Metalle zur Herstellung neuer Elektrogeräte verwendet werden. Ein Zahn muss an dieser Stelle allerdings gezogen werden. Die Zerlegung lohnt sich für den Einzelnen nicht. Der Anteil an wertvollen Rohstoffen ist in einem Elektrogerät zu gering. Die Investition in professionelle Maschinen und Anlagen würde den Gewinn um ein Vielfaches übersteigen.