Ein Angebot des medienhaus nord

Neptun Werft Weltneuheit mit Flüssiggas

Von Joachim Mangler | 13.12.2017, 20:20 Uhr

Hunderte Mitarbeiter der Neptun Werft lassen Gastanker „Coral Energice“ fast ohne Schweröl fahren

Seit mehreren Wochen liegt der gut 161 Meter lange Gastanker „Coral Energice“ am Kai der Rostocker Neptun Werft. Von der Öffentlichkeit kaum beachtet haben mehrere Hundert Mitarbeiter daran gearbeitet, dass diese Weltneuheit in Kürze pünktlich an den Besteller, die Reederei Anthony Veder in Rotterdam, übertragen werden kann. „Das Schiff kann nicht nur mit Flüssiggas (LNG) von A nach B fahren. Komplett neu ist, dass auch die beiden Hilfsmaschinen Gasmotoren sind, mit denen alle Aggregate des Schiffes wie Pumpen, Bugstrahler oder auch das Deckshaus mit Strom versorgt werden können“, sagt Neptun-Chef Raimon Strunck. „Zusätzlich kann über die Hilfsmaschinen und den Wellengenerator Kraft auf den Propeller übertragen werden, so dass bei Eisfahrt im Winter mehr Antriebsenergie zur Verfügung steht.“ Er ist davon überzeugt, dass die LNG-Technik (Liquified Natural Gas) zumindest für die kommenden 15 Jahre den Schiffbau beherrschen wird. „Denn sie trägt dazu bei, die Emissionsthematik in den Griff zu bekommen.“ Der Schwefelausstoß und die Rußpartikel seien auf Null reduziert, CO2 auf 25 Prozent und die Stickoxide stark verringert.

„LNG ist derzeit die technische Lösung, die weltweit auf den größten Konsens stößt“, sagt Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer der Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik, . „Es ist allen anderen Betriebsstoffen haushoch überlegen und sauber.“ Zudem sei es in ausreichendem Maße vorhanden und preiswert.

Der Bau eines Schiffes wie „Coral Energice“ ist weit weg von Routine. Das Schiff verfüge über drei riesige Tanks mit einem Volumen von jeweils 6000 Kubikmeter, die im Querschnitt wie eine liegende Acht aussehen. Herausforderung ist, dass das flüssige Erdgas bei einer Temperatur von minus 161 Grad Celsius gelagert wird. Die Stahltanks müssen also Temperaturschwankungen von rund 200 Grad aushalten. Die Neptun-Techniker haben diese Probleme mit speziellen Legierungen und Isolierungen in den Griff bekommen.