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Kriminalität Weitere Trickbetrugsfälle: Über 500.000 Euro Schaden

Von dpa | 08.02.2019, 15:16 Uhr

MV verzeichnet Rekordzahlen bei Strafanzeigen gegen Trickbetrüger

Trickbetrüger haben im vergangenen Jahr im Nordosten mindestens 520 000 Euro erbeutet. Insgesamt sei mit 1442 Strafanzeigen ein Höchststand registriert worden, teilte das Landeskriminalamt (LKA) am Freitag mit. Im Vorjahr waren demnach knapp 1000 Fälle registriert worden. Auch bundesweit sei das Fallaufkommen gestiegen, vor allem ältere Menschen seien Ziel der Täter. Trotz der gestiegenen Fallzahlen sei die Schadenssumme 2018 im Vergleich zum Vorjahr aber um fast 100 000 Euro gesunken.

Klassische Maschen sind den Ermittlern zufolge der Enkeltrick, falsche Polizisten und der Gewinnspielbetrug, bei dem den Opfern vorgegaukelt wird, sie hätten Geld gewonnen, müssten jedoch vor der Auszahlung Gebühren entrichten. Auch behauptete Schulden, die nun eingetrieben würden, und das Ausnutzen der Arglosigkeit der Opfer, die um Hilfe gebeten werden und Geld deponieren sollen, gehöre zum Repertoire der Täter.

Diese sind dem LKA zufolge aber nur in einem kleinen Teil der Fälle erfolgreich. Die Ermittler hätten 2018 nur 99 vollendete Taten im Nordosten registriert. Ihr Anteil am Gesamtaufkommen (6,9 Prozent) sei damit niedriger als im Vorjahr (8 Prozent).

Die hohe Zahl gescheiterter Betrugsversuche führen die Experten auf eine höhere Sensibilisierung der Bevölkerung zurück, was sich auch auf die Bereitschaft, Anzeige zu erstatten, auswirke. Dies gelte nicht nur für die Opfer, sondern auch für Angehörige, Bankmitarbeiter oder Taxifahrer, die immer wieder ältere Menschen davor bewahrten, den Tätern Geld zu übergeben.